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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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118 III. Vom Tode Alexancler's d. Gr. bis zum zweiton punischen Kriege.

Fall eines feindlichen Angriffs auf das Lager zu gewähren etc. Dortwurden wahrscheinlich auch die Küchen eingerichtet.

Jedes Lager hatte vier Thore: 1) die porta praetoriana, das vordereThor, durch welches die Truppen zum Marsch oder zum Gefecht aus-rückten ; 2) die porta decumana, das hintere- Thor, durch welches derUnrath hinausgeschafft, auch die Verbrecher zur Hinrichtung geführtwurden: 3) und 4) die porta principalis dextra et sinistra, rechtes undlinkes Hauptthor, welche gleichfalls zum Ein- und Ausgang der Truppendienten. Ausser diesen Thoren wurden noch einige kleinere Ausgängefür etwaige Ausfälle etc. hergestellt.

Dies war die allgemeine Figur eines gewöhnlichen römischen Con-sularheerlagers, seine innere Eintheilung und Placirung der Truppen,Befehlshaber, Chargirten und sonstigen Personen und Armeezubehörsdarin, mit seinen Strassen, Plätzen und Thoren. Die Beschreibung des-selben war unerlässlich zur vorläufigen Bekanntmachung mit demselben,ehe die Ordnung und Art und Weise der Befestigung dieses Lagers dar-gestellt wird, welche, wie oben bemerkt, der inneren Einrichtung vor-herging: denn die Beihenfolge der Arbeiten war die, dass zuerst dieYerschanzung des Lagers nach aussen fertig gemacht wurde, und dannerst die innere Einrichtung.

Bezüglich der Befestigung der römischen Lager muss zuerst bemerktwerden, dass es deren zwei Arten gab: die L a g e r f ü r k u r z e Z e i t odergewöhnlichen Lager [castra] , die für ein oder mehrere Nachtlagerbestimmt waren, und die für lange Zeit oder stehen den Lager[castra stativa) , für eine mehr oder weniger lange Zeit.

Die Lager für kurze Zeit wurden mit einem kleinen Erdwall um-schanzt, der mit Basen bekleidet, mit einem Pfahl- oder Pallisadenzaunauf der Berme des Walls (s. S. 115) und mit einem fünf Fuss breiten unddrei Fuss tiefen Graben davorumgeben wurde. Die stehenden Lagerhatten stärkere Profile, einen höheren Erdwall, der zu grösserem Haltmit Basen, Flechtwerk (Hürden) und Faschinen bekleidet ward und einenGraben von zehn Fuss Breite und sieben Fuss Tiefe erhielt. Späterwurden bisweilen auf den Facen und in den Ecken erhöhte halbrundeBefestigungen angebracht, um Flankenvertheidigung und Kreuzfeuer zugeben, und auf ihnen wurden, ausser Bogenschützen und Schleuderern,auch Wurfmaschinen etablirt. In dieser Periode aber kommen nur sehrselten stehende Lager vor. Bei ihnen, wie bei den gewöhnlichen Lagern,wurden die Hauptthore und die kleinen Ausgänge durch beweglicheBarrieren geschlossen und durch kleine, abgesonderte halbrunde Ver-schanzungen mit Wall und Graben gedeckt.

Die genaue Herrichtung der verschiedenen Theile dieser äusserenLagerverschanzungen, sowie deren gute Instandhaltung lag den längs