20. Die Römer. 117
Front zum Prätorium, das Fussvolk zum Wall gekehrt hatte. Hinter demPrätorium, Quästorium und Forum lag die via retentura oder hintereStrasse, auch 100 Fuss breit. Hinter dieser lagerte in der Mitte dieKeiterei und das Fussvolk der Extraordinarii, die erstere mit Front zumPrätorium, die zweite zum Wall; in ihren Flanken blieben leere Räumezur Unterbringung der Hülfstruppen, wenn sie bei der Armee waren, zuKriegslazarethen etc.
In dem Raum der Prätentura lagerten die Legionen, die römischenin der Mitte, die der Verbündeten zu den Seiten, dieEinen wie die Anderenin Cohortencolonnen, sodass dieManipeln und Türmen derselben Nummerin einer Linie waren. Für jedes Zelt war ein Raum von zehn Fuss Längeund Breite, für jede Manipel (die Triarier ausgenommen) und Turme einRaum von 100 Fuss lang und breit bemessen, wobei der Raum für diezusammengelegten Waffen und Bagage, und bei der Cavallerie für dieParkirleinen inbegriffen war; die Manipeln der Triarier nahmen nur50 Fuss in der Tiefe ein.
Vom Prätorium führte zur Mitte der vorderen Lagerface der Längenach rechtwinkelig zur Hauptstrasse die via praetoriana, 50 Fuss breit.Zu beiden Seiten derselben und Front nach ihr hin lagerte die römischeLegionscavallerie, hinter den Zelten dieser, mit dem Rücken an sieanstossend, standen die Zelte der Triarier; mit der Front gegen dieseLetzteren, durch eine der Via prätoriana zu beiden Seiten parallellaufende 50 Fuss breite Nebenstrasse getrennt von ihnen, lagen die Zelteder Principes, an welche die Zelte der Hastaten wieder mit dem Rückenanstiessen; abermals durch Gassen von 50 Fuss Breite von diesen ge-trennt standen die Zelte der Bundesgenossen-Legionen, die wieder nachrechts' und links genau wie die römischen Legionen lagerten. Da, mitAusnahme der Extraordinarii und Ablecti, die Bundesgenossen mehrCavallerie und weniger Fussvolk besassen, als die römischen Legionen,so nahmen deren Türmen die leeren Stellen der Manipeln ein.
Der Raum der Prätentura war der Tiefe nach durch einen 50 Fussbreiten Weg, der mit der Hauptstrasse parallel lief und quintana hiess,weil er zwischen je fünf Manipeln durchführte, in zwei gleiche Hälftengetheilt.
Bei, der Aufstellung der Zelte der Manipeln kamen die Zelte derCenturionen in die erste Linie, die der ersten Manipeln und Türmen er-hielten die Front nach dem Wall, die der zehnten zur Hauptstrasse hin.
Zwischen den äussersten Zelten und dem Wall blieb zu beiden Seitendes Lagers ein leerer Raum von 200 Fuss Breite, behufs Unterbringungder Gefangenen, der Beute und eines Theiles der Veliten (der andereTheil derselben lagerte bei den Manipeln des Linienfussvolks), um denTruppen bequemen Aus- und Eingang, Raum für ihre Aufstellung im