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selben aufzuschlagen. Dabei achteten sie darauf, dass in der Nähe keinedominirenden Punkte oder solches Terrain sich befanden, das dem Feindezu verdeckter und unbemerkter Annäherung hätte von Nutzen sein können,oder dass die nächste Umgebung des Lagers nicht von Flüssen, Bächen,trockenen Schluchten oder Wasserrissen etc. durchschnitten, dass in derNähe kein Mangel an Wasser und Wald zu Brennholz und zum Kochen'der Speisen, dass für die Pferde Futter unter den Füssen vorhandenwar, etc. Wo es unvermeidlich wurde, schlugen sie ihr Lager aber auchin durchschnittenem Terrain auf, indem sie dabei auf das Vorhandenseinder angegebenen Bedingungen achteten.
Sobald die Armee sich dem Orte näherte, der zum Nachtlager aus-ersehen war, eilte ein Tribun mit einigen Centurionen voraus; sie suchtendie Stelle für das Lager, wie schon beschrieben, und dann innerhalb desLagerterrains den höchstgelegenen und geeignetsten Punkt für die Auf-stellung des praetorium oder Feldherrnzeltes (Consul oder anderer Heer-führer) , pflanzten dort die Fahne auf und bezeichneten durch kleine ver-schiedenfarbige Fähnchen die Hauptecken des Lagers, und durch kleinePfähle oder Stangen die einzelnen Abtheilungen desselben. Das Allesging stets in derselben Weise vor sich, da, besondere aussergewöhnlicheUmstände ausgenommen, die Maasse ein für alle Mal dieselben blieben;hierin lag kein geringer Vortheil, denn nun sah stets ein Lager wie dasandere aus, nur auf anderem Terrain. Die Soldaten wurden deshalb auchimmer sehr rasch und leicht mit Aufschlagen, Verschanzen und innererEinrichtung des Lagers fertig. Dem kam u. A. sehr zu statten, dassjeder römische Legionär während des Marsches, wie schon erwähnt, aufder rechtenSchulter zwei oder mehr spitze Pfähle (Pallisaden) trug, vonzwei bis drei Zoll Dicke, an deren unteren Enden zur festeren Verbindungderselben unter einander einige lange und biegsame Aeste stehen ge-blieben waren. Diese Pfähle wurden in die Berme des Lagerwalles ge-steckt, nach dem Felde zu (nach aussen) geneigt, und gaben dem ErdwallHalt und Festigkeit, waren daher sehr viel besser, als die dicken Palli-saden der Griechen mit ihren vielen kurzen und spitzen Zweigen, weilder griechische Soldat diese nicht mit sich tragen konnte und der Feindsie beim Angriff leicht ausriss.
Die rasche und leichte Construction, Befestigung und Einrichtungdes Lagers wurde auch dadurch sehr begünstigt, dass der römische Soldatvon Jugend auf schon an jede Art schwerer Belastung und Arbeit, darunterErdarbeiten überhaupt, und besonders Lagerbau, gewöhnt war, so dassdies Alles ihm nicht neu, sondern als längst bekannt und vertraut erschien.
Wenn Bau und Einrichtung des Lagers entfernt vom Feinde statt-fand, so begaben sich beim Herannahen des Heeres an die von demTribunen und seinen Centurionen für das Lager ausgesuchte Stelle alle