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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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114 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten panischen Kriege.

und Soldaten mit Geld oder Ländereien zu belohnen, da wurde die Kriegs-beute theils in den Staatsschatz abgeführt, theils den Feldherren 'zurVerfügung gestellt, welche nicht selten sie zu öffentlichen Spielen, zurErrichtung von öffentlichen Denkmälern, Gebäuden etc. verwendeten.

§. 128.Lager-, Befestigungs- und Belagerungskunst.

Schon seit der Gründung Roms und dem Beginn seiner militärischenOrganisation hatten die Römer die Gewohnheit, ihre Städte und ihreFeldlager mit künstlichen Befestigungen zu versehen. Indessen sprichtkeiner der alten Schriftsteller bis zu Polybius von einem gewissen System,das die Römer bei diesen Befestigungen gehabt hätten. Unzweifelhaftblühte aber diese Kunst schon in der vorhergehenden und beim Beginndieser Periode bei den Römern, wie das u. A. die Bestürzung des Pyrrkusbeweist, als er in seinem Kriege gegen die Römer in Italien zum erstenMal ihr befestigtes Kriegslager erblickte und in dessen Construction denhohen Grad von Kunst erkannte. Die ersten ausführlichen Nachrichtenüber Bau, Anlage und Verschanzung der Feldlager und über den Dienstin denselben bringt Polybius, und schon aus seinen Angaben lässt sichbeurtheilen, bis zu welchem Grad von Kunst und Vollkommenheit diesAlles bei den Römern schon zur Zeit der punischen Kriege entwickeltwar. Man kann entschieden sagen, dass in dieser Beziehung die Römeralle übrigen Völker des Alterthums, auch die Griechen, übertrafen.

Weit später als Polybius, unter Kaiser Hadrian, berichtet in mancherHinsicht ausführlicher über die befestigten Feldlager der Römer einanderer römischer Schriftsteller, Hyginus, der selbst ein gromaticusoder Kriegsfeldmesser, also Specialist in diesem Fach war. Polybiuserscheint genauer und wahrer in der Beschreibung der Umrisse des Lagers,Hyginus dagegen .theilt viele Profile der Verschanzungen mit, die wahr-scheinlich auch scBon in früherer Zeit üblich gewesen sind. Wir werdendaher, soweit es möglich und nothwendig, die Darstellung des Einendurch die des Andern ergänzen und der Reihe nach beschreiben: 1) dieAuswahl des Terrains im Felde, während des Marsches, für das Lager;2) das Aufschlagen des Lagers durch die Truppen; 3) die Figur undinnere Einrichtung des Lagers; 4) seine Verschanzung; und endlich5) den Lagerdienst.

Wenn zur Kriegszeit das römische Heer einen Tages- oder forcirtenMarsch gemacht hatte, so lagerte es Nachts unabänderlich in einem ver-schanzten Lager. Zur Anlage desselben wählten die Römer vorzugsweiseoffenes, ebenes, undurchschnittenes Terrain aus und suchten das Lagerimmer an einer wasserreichen oder hügeligen Stelle, am Abhänge einersanft fallenden kleinen Anhöhe, mit der Rückseite auf dem Gipfel der-