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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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112 HL Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

wurden ebensowohl einzelnen Personen als ganzen Truppentheilen zu-erkannt.

Diejenigen, welche ein vom Feinde umringtes Truppencorps be-freiten und dadurch dem Vaterlande einen grossen Theil seiner Bürgererhielten, bekamen eine Krone von frischem Gras aufs Hauptgesetzt (später von Gold); Diejenigen, welche einem römischen Bürgeroder Bundesgenossen das Leben retteten, eine gleiche Krone vonEichenlaub, welche die von ihnen Geretteten ihnen aufs Haupt setzten;wer zuerst die Mauern einer feindlichen Stadt erstieg, erhielt eine Kronevon Buchenblättern (später von Gold und ausgezackt); wer zuerst in dasfeindliche Lager oder Verschanzung eindrang, einen goldenen Kranzmit Zacken in Gestalt von Pallisaden; wer eine aussergewöhnlich tapfereThat vollbrachte, einen goldenen Kranz mit einer die Auszeichnungangebenden Inschrift; wer einen Feind im Einzelkampf verwundete, er-hielt einen Spiess ohne Spitze {hastapwa) ; wenn er den Feind ge-tödtet hatte, einen Halsschmuck, eine Ehrenrüstung oder (beider Reiterei) ein Pferdegeschirr. Die übrigen Ehrenbelohnungenfür besondere Kriegsauszeichnungen wurden vom Feldherrn bestimmtund bestanden in silbernen oder goldenen Opferschalen, Rüstungen,Ketten, Schnallen etc., auch in Waffen, Pferden etc.

Mitunter wurden die römischen Krieger mit Landbesitz, Befreiungvon Steuern, Erlassung einiger oder aller Dienstjahre etc. belohnt. Land-besitz wurde nicht selten auch den feindlichen Ueberläufern zur Belohnunggegeben, so z. B. den Hispaniern und Numidiern, welche im zweitenpunischen Kriege Ländereien in Sicilien angewiesen erhielten.

Die Belohnungen in Geld, Fourage und Lebensmitteln bestandenbald in einmaligen Geldgeschenken, bald in der Zulage einer halben oderganzen Löhnung, Ration etc.

Die an ganze Truppentheile verliehenen militärischen Belohnungenbestanden in Troplfäen auf ihren Feldzeichen und Adlern, zuweilen auchin Geldgeschenken etc.

Alle Kriegsbelohnungen wurden übrigens vor allem Volk öffentlichbekannt gemacht und vertheilt, von Lobreden begleitet, und die damitBeehrten waren, nach Ablauf ihrer Dienstjahre, von Abgaben frei undnahmen in Volksversammlungen und bei öffentlichen Spielen die Ehren-plätze ein. Die Alten und Krüppel wurden aus dem Staatsschatz unter-halten, in römischen Col'onien angesiedelt, mit Aemtern in den Rom unter-worfenen Provinzen beliehen etc.

Der höchste Grad aber der militärischen Belohnungen, gleich ge-eignet zur Anreizung wie zur Befriedigung des Ehrgeizes, ward demFeldherrn zu Theil, der sich durch mehr oder weniger wichtige Kriegs-thaten, Erfolge und Siege hervorgethan hatte. Das Heer rief ihn zum