108 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
Abendessen [coena ] . im Sitzen oder Liegen, —vor der Schlacht aber,grösstenteils Morgens, ein stärkeres Frühstück.
Zusammengebracht wurden die Lebensmittel für Mannschaft undPferde der römischen Armeen zum Theil durch Contributionen oder Re-quisitionen im feindlichen oder unterworfenen Gebiete, theils durch An-kauf oder Lieferungsverträge auf Kosten des Schatzes. Die Contri-butionen und Requisitionen wurden durch die Quästoren und später durchdie Statthalter der Provinzen ausgeführt, welche die gesammelten Landes-producte in die Armeemagazine ablieferten. Die Ankäufe geschahendurch vom Senat ernannte Beamte, oder durch die Heerführer, oder aufderen Anweisung durch die Quästoren.
Das Kriegsgepäck deutet schon durch die ihm von den Römerngegebene Bezeichnung impedimenta (Hindernisse) darauf hin, dass dieseeinen wahren Begriff davon hatten, indem sie es als ein ebenso unent-behrliches, wie äusserst beschwerliches Zubehör der Armee im Feldeerkannten. Deshalb bemühten sie sich, nach Möglichkeit das gefahrenezu vermindern, das von den Soldaten selbst getragene Ge-päck aber zu vermehren, und gewöhnten von Jugend auf die römi-schen Bürger daran, gewaltige Lasten zu tragen, welche heutzutage unserganzes Erstaunen hervorrufen. Der römische Fusssoldat trug nämlichwährend des Feldzuges mit sich: 1) auf der rechten Schulter zwei odermehrere Zaunpfähle (Pallisaden) zur Befestigung des Lagers: 2) auf derSpitze derselben, an sie angebunden, einen Sack mit dem Gepäck desSoldaten und mit einem auf vierzehn Tage oder zwei Wochen ausreichen-den Vorrath von gekörntem Weizen; 3) Schild, Lanze, und bis zu siebenleichten Wurfspiessen — in der linken Hand, in der Höhlung des Schildes;und 4) den Helm auf der Brust am Riemen. Dies Alles zusammen re-präsentirte mit der Last des Brustharnisches und der Beinschienen einungeheures Gewicht, das der römische Soldat zu tragen hatte in dersengenden Gluth der südlichen Sonne, wie im dicksten Staube, beistarkem Sturm, unter strömendem Regen und im tiefsten Schmutz! Uebri-gens erleichterte die verständige Vertheilung dieser im möglichsten Gleich-gewicht getragenen Last das Tragen derselben in gewissem Grade. ImFall einer plötzlichen Begegnung mit dem Feinde, wenn die Schlachtsofort begonnen werden musste, brauchte der römische Legionär nurdie Zaunpfähle mit dem Gepäck von der rechten Schulter ab und auf dieErde zu legen und den Helm aufzusetzen — und er war im Augenblickfertig, und kampfbereit, und ohne Gepäck [expeditus]. Bisweilen aber,wenn es galt, sich gegen Cavallerie zu vertheidigen, legten die römischenLegionare die Pallisaden mit dem Gepäck vor sich nieder und schütztensich dahinter wie hinter einem Walle.
Das hinter der Armee auf Packpferden, Mauleseln oder Maulthieren,