20. Die Römer. 10?
von ihnen hatten das Recht, im Kriegsrath mitzusitzen, und führten dieLegion der Reihe nach abwechselnd (wenn sie nicht unter dem Befehleines Legaten stand).
Die Legionen und Cohorten der Bundesgenossen wurden von Prä-fecten [praefecti) geführt; die übrigen Unterführer waren dieselben wiebei den römischen Legionen.
Die Aeltesten im Range waren die Legaten (legati = Ge-sandte) , die diesen Namen führten, weil sie ursprünglich vom Senat zuden Armeen geschickt wurden, als Mitglieder des Kriegsrathes und umdie Armeen zu befehligen, wenn der Heerführer erkrankte oder starb; inder Folge wählten die Heerführer sich die Legaten selbst aus der Zahlder Kriegstribunen und übergaben ihnen das Commando über eine, zweioder mehrere Legionen oder gesonderte Truppencorps (sodass die Legatenin gewisser Weise unseren Generalen zu vergleichen sind).
Den höchsten Grad endlich in der militärischen Rangstufenfolgenahm der Heerführer ein, nämlich, wie früher schon, einerde rbeiden Consuln, wenn nur eine Armee im Felde stand, oder beideConsuln, wenn zwei Armeen vorhanden waren, wo dann Beide alle24 Stunden im Commando abwechselten. Dies hatte seine grossenMängelund Uebelstände und ward nicht selten Ursache zu grossem Unglück(wie z. B. in der Schlacht bei Cannä). Dabei wählten aber, besondersbei wichtigen und gefahrvollen Anlässen, die Römer einen D i c t a t o rmit unumschränkter Gewalt. Der erste Dictator war Lartius Flavus, derim J. 497 im Kriege, gegen die Latiner gewählt wurde. Seitdem warenbis zum Beginn des Samnitenkrieges im J. 343 (also in 154 Jahren)33 Dictatoren gewählt worden, und in der vorliegenden Periode von343—133 (in 210 Jahren) 49, im Ganzen 82, von denen in dieser PeriodePapirius Cursor (309), Fabius Maximus (216) undCäcilius Metellus (204)die berühmtesten waren. Der Dictator wählte sich einen Gehülfen oderGenossen, —bisweilen wurde derselbe auch vom Senat oder Volk ernannt,— den magister equitum, Befehlshaber der Reiterei. Als nach demzweiten punischen Kriege die Römer anfingen, ausserhalb Italiens Kriegzu führen, wurde der Oberbefehl über die römischen und alle übrigenTruppen in den unterworfenen und Rom botmässigen Provinzen denPr'oconsuln, Proprätoren oder Proquästoren anvertraut, d. h.Männern, welche, nachdem sie in Rom als Consuln, Prätoren oderQuästoren ein Jahr im Staatsdienst gewesen waren (s. unten), nun zuStatthaltern (Landpflegern) der bezeichneten Provinzen ernannt wur-den , und zwar j e nach der Wichtigkeit dieser Letzteren mit unbeschränktermilitärischer und bürgerlicher Gewalt, — was natürlicher Weise derSchnelligkeit, Energie und Kraft der kriegerischen Unternehmungen undden Operationen der römischen Armeen sehr zu statten kam. Nach Ablauf