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echten Soldatengeiste zu erhalten, die Tuppen auch mit der Ausführungvon Kriegs-, Uebungs- und forcirten Märschen mit voller Ausrüstungund vollem Gepäck, mit Aufschlagen und Verschanzung von Feldlagern,mit dem Lagerdienst, nachgeahmten Schlachten (Manoeuvres) und ver-schiedenen kriegerischen Spielen, — verwendete sie auch zu öffentlichenArbeiten, Erbauung von Amphitheatern, Wasserleitungen, Staats- undHeerstrassen (welche sämmtlich durch Truppen ausgeführt wurden) etc.
In Folge solcher kriegerischen Uebungen der römischen Bürger vonJugend auf vermochte die römische Regierung leicht und in ausser-gewöhnlich kurzer Zeit Legionen auszuheben, welche zum sofortigenAusmarsch ins Feld und zur kriegerischen Thätigkeit im Felde voll-kommen bereit waren, und welche durch die Fähigkeit ihrer Soldatenzum geduldigen Ertragen derunglaublichsten Anstrengungen und Stra-pazen, bei Schnee, Kälte, Unwetter, zu allen Jahreszeiten und (späterhinauch) in allen Klimaten das grösste Erstaunen erregten. Und dabei er-wähnen die Historiker nur sehr selten Krankheiten, namentlich an-steckende, in den römischen Armeen, oder Verluste in Folge derselben.
Die in den römischen Heeren gebräuchlichen taktischen Evo-lutionen und Formationen waren den griechischen ähnlich und be-standen :
Beim Fussvolk (den Legionen) — aus verschiedenen Bewegungenvorwärts und rückwärts, in Rotten oder ganzer Front, nach rechts undnach links, in Gliedern oder aus den Flanken, aus geschlossenen odergeöffneten Gliedern und Rotten, Eindoubliren, Abziehen etc. Aber beider Eigenthümlichkeit der Formation der Legionen, der Erheblichkeitder Zwischenräume zwischen den Manipeln, Cohorten und Linien, undder dadurch herbeigeführten Lenkbarkeit, Gewandtheit und Beweglich-keit der aufgestellten Legion geschahen alle diese Evolutionen und For-mationen mit sehr viel grösserer Leichtigkeit und Schnelligkeit, als in-der schwerfälligen ungelenken Formation der griechischen Phalanx. Da-bei war das römische Schritttempo mehr oder weniger rasch, das ge-wöhnliche [gradus militarin) 120 Schritt in der Minute, — das rasche[gradus plenus) 145 Schritt, — das Tempo des Laufschrittes oderLaufes (cursus) hing von den Umständen ab.
Bei der Cavallerie waren die Evolutionen, Formationen und Be-wegungen einfacher und weniger complicirt als beim Fussvolk.' AberScipio Africanus der Aeltere, nach dem Tode seines Vaters und Oheimszum Feldherrn der römischen Truppen in Spanien ernannt, wendete derbesseren Organisation und Ausbildung der Reiterei seine besondere Auf-merksamkeit zu. Polybius hat uns sehr interessante Angaben über die-jenigen Evolutionen, Formationen und Bewegungen hinterlassen, inwelchen Scipio die römische Reiterei bei allen Gelegenheiten zu üben