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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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92 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

sie durch die Intervalle derselben zurück, ein Theil derselben ging bishinter die dritte Linie der Triarier in Reserve, der andere unterstütztedie Hastaten und Principes, versorgte sie mit Wurfspiessen und Speerenund brachte die Verwundeten aus der Schlachtlinie.

Nach dem Abzüge der Veliten führte die erste Linie der Hastaten(später waren es die Principes) den Angriff aus. Auf zehn bis zwölfSchritt an den Feind heran, warfen sie ihre Speere auf denselben, wobeidie vorderen Glieder sich etwas niederbeugten, und dann gingen sie so-fort zum Angriff mit dem Schwerte über. Wenn sie abgeschlagen wur-den, so zogen sie sich im Laufe durch die Intervalle der zweiten Liniezurück und stellten sich hinter dieser oder hinter den Triariern auf. Denzweiten Angriff machte ganz in derselben "Weise die zweite Linie derPrincipes (später waren es die Hastaten), und wenn diese auch zurück-geworfen wurden, so liefen sie durch die Intervalle der dritten Linie derTriarier zurück und stellten sich hinter dieser oder in geschlossenenmassirten Abtheilungen (Colonnen) in deren Intervallen auf. Währenddieser ganzen Zeit hatten die Triarier in der dritten Linie, auf ein Knieniedergelassen, mit ihren Schilden gegen die feindlichen Wurfgeschossesich deckend, gewartet, bis, wenn die zurückgeworfenen Hastaten undPrincipes sich hinter sie gezogen hatten, nun sie allein oder gemein-schaftlich mit allen übrigen Truppengattungen den dritten, letzten undentscheidenden Angriff ausführten [res ad iriarios rediit). Die Reitereiauf den Flanken machte beim Beginn und im Fortgang des Kampfes, derallgemeinen Sitte im Alterthum gemäss, ungestüme Attaken auf diegegenüberstehende feindliche Cavallerie; hatte sie dieselbe zurückge-worfen, so verfolgte sie sie, oder warf sich nun auf die Flanken und inden Rücken des Fussvolks im Centrum des feindlichen Heeres. Im Fallder Niederlage der feindlichen Armee ward diese durch die Reiterei unddie Veliten verfolgt, denen die Extraordinarii zur Unterstützung dienten;das Linienfussvolk formirte sich wieder in drei Linien und ging dannvorwärts, den Extraordinarii folgend. Im Fall des Rückzuges der römi-schen Armee aber deckten diesen die Veliten, die Reiterei, die Extra-ordinarii und die Triarier.

Dies war im Grossen und Ganzen der gewöhnliche Verlauf, dieReihenfolge und Art des Kampfes der römischen Feldarmeen; sie ändertensich aber mehr oder minder in jeder Schlacht im Einzelnen, je nach denAbsichten und Anordnungen des Heerführers, nach den Umständen, denMassregeln des Gegners und dem Terrain, welches die Römer stets undweit mehr in Betracht zogen, als die übrigen Völker, selbst als die Grie-chen. Deshalb trugen zwar die Schlachten der Römer einen allgemeinenHauptcharakter, im Einzelnen aber waren sie mehr oder weniger voneinander verschieden.