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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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20. Die Kömer. 89

derselben Nummer, also : die erste Manipel der Hastaten, Principes undTriarier nebst ihren Veliten und mit der ersten Turme der Reiterei bildetedie erste Cohorte, die zweite Manipel die zweite Oohorte etc. Es wardies eine sehr verständige Einrichtung, weil somit jede Cohorte ausallen Truppengattungen bestand und in der allgemeinen Aufstellung derLegion zu drei Linien Tiefe formirt war, mit Reserven also, die sicheinander unterstützten. In der römischen Legion gab es also zehn Co-horten, jede zu 120 Hastaten, 120 Principes, 60 Triariern, 120 Velitenund 30 Reitern, im Ganzen zu 420 Mann zu Fuss und 30 Mann zu Pferde,jede Cohorte konnte aber auch als selbständige taktische Einheit auf-treten, was grosse Vortheile darbot und besondere Beachtung verdient.

In der Schlachtordnung der gewöhnlichen römischen Consulararmeestanden die römischen Legionen in der Mitte, die erste rechts, die zweitelinks, die Legionen der Verbündeten auf den Flügeln (alae), die ersteauf dem rechten, die zweite auf dem linken, weshalb diese Letzterenauch wohl alares genannt wurden. Die Reiterei ward gewöhnlich auf denFlanken der beiden" Heeresflügel aufgestellt, in der ersten oder zweitenLinie, bisweilen aber, wenn die Umstände es erheischten, wurde sieauch vor und hinter dem Fussvolk vertheilt oder zwischen die Liniengestellt, um in kleinen Abtheilungen durch die Intervalle vorzubrechen.Die Extraordinarii und die Ablecti der Bundesgenossen bildeten die ab-gesonderten Reserven der Armee.

Dies war die Aufstellung der römischen Legionen und Armeen von279275 bis zum Ende des zweiten punischen Krieges. Später wurde sieaber in etwas verändert, indem abermals, wie früher schon, die Principesin die erste Linie, die Hastaten in die zweite Linie, die Veliten hinter diezweite Linie gestellt wurden, vorausgesetzt, dass sie nicht vor der erstenLinie verwendet wurden, und indem man die dritte Linie, die Triarier,weiter zurücknahm- Diese Veränderung war auf die Erfahrung gegründet,welche man im zweiten punischen Kriege gemacht hatte, dass nämlichdas Schicksal des Kampfes nicht allein von dem feurigen Ungestüm desAngriffs und Stosses der ersten Linie abhänge, sondern auch von dessenbeharrlichem Nachdruck und seiner Zähigkeit und Festigkeit.

Die Logistica (die Kunst, in bestimmter Ordnung Marschbewe-gungen der Armee auszuführen) war bei den Römern bis zur Schlachtbei Cannä hin in ziemlich unentwickeltem Zustande. Ihre Armeen zogenaus dem einen Lager in das nächste ohne besondere Ordnung und ohnegehörige Vorsichtsmassregeln, weshalb sie auch nicht selten in Hinter-halte fielen oder in andere schwierige und gefahrvolle Lagen geriethen,plötzlichen Ueberfällen ausgesetzt waren und Unfälle oder Niederlagenerlitten, wie z. B. in dmßnrae Caudinae (caudinischen Gebirgspässen),am trasimenischen See etc. Dann aber, durch die Erfahrung klug ge-