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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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19. Die Karthager. 63

Unsitte, mehrere derselben an ein und dieselbe Person zuverleihen, waren. Diese Missbräuche waren heimlich emporge-wachsen und offenbarten sich besonders nach dem ersten und währenddes zweiten punischen Krieges. Ihre Folgen wurden höchst verderblichund zu welcher Zeit traten sie hervor! in dem allerkritischsten Mo-mente für Karthago, dem des drohenden Zusammenstosses mit demkriegerischen Rom! Das zweite war das Auftreten zweier mächtigerund einander äusserst feindlicher politischer Parteien, der aristokrati-schen und der demokratischen; an der Spitze der Ersteren stand der be-rühmte Hamilkar Barkas, an der der Zweiten der nicht minder berühmteHanno. Diese zwei Parteien spalteten den ganzen karthagischen Staatund namentlich auch seine Regierung in zwei Hälften, und die natürlicheFolge davon waren die Unversöhnlichkeit beider Theile und schrecklicheinnere Streitigkeiten und Unruhen. Die sogenannte BarcinischePartei war bis gegen das Ende des zweiten punischen Krieges somächtig, dass trotz der Opposition der Hannonischen Partei sieunter dem Einfluss des Hamilkar Barkas und der Nachfolgenden ausseinem Geschlechte alle ihre staatlichen Unternehmungen, die Unter-drückung des Aufruhrs der Miethstruppen, die Eroberung Spaniens undden Feldzug von dort nach Italien gegen die Römer durchzusetzen ver-mochte. Aber das Beispiel des Orients, Griechenlands und Macedonienslehrt, dass im Alterthum überhaupt der Beginn innerer Zwietracht, Un-ruhen und Fehden stets das Ende des Wohlstandes von Staats- undKriegswesen, und den Anfang der Auflösung und des Verfalles derselbenbedeutete. Drittens war der von Hamilkar Barkas entworfene und vonihm, seinem Schwiegersohn Hasdrubal und seinen Söhnen: Hannibal,Hasdrubal und Mago ausgeführte Plan, als Ersatz für das verloren ge-gangene Sicilien und Sardinien nun Hispanien zu erobern, in Bezug aufKarthagos innere Politik ebenso schädlich, als er hinsichtlich der äusse-ren Politik gegen Rom glänzend, gross und bedeutungsreich war. Hi-spanien, von einem tapfern, kriegerischen Volke bewohnt, und besondersseines Reichthums halber berühmt (namentlich seiner Silberminen we-gen), fast eben so sehr, als das alte Goldland Indien, bot demHamilkar ein vortreffliches Mittel, durch Eroberung desselben sich einenberühmten Namen zu machen, sich eine ausgezeichnete, kriegstüchtigeund ihm vollkommen ergebene Armee zu schaffen, ungeheure Geldmittelzu erlangen und in Folge dessen hervorragenden Einfluss auf die Re-gierung von Karthago zu gewinnen und seine von tiefem Römerhasseeingegebenen Pläne gegen Rom zu realisiren. Und das Alles erreichteer wirklich, obschon seines frühzeitigen Todes wegen nicht vollkommen; sein Eidam Hasdrubal setzte das von ihm begonnene Werk fort,ebenfalls ohne es zu beenden, da er durch Mörderhand fiel; die "volle