62 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
Gisgo's Sohn, und später befand sich bei den karthagischen Armeen stetseine grosse Zahl von Elephanten. Wie die Elephanten zur See auf Schiffenzu transportiren seien, das scheinen sie erst während des ersten punischenKrieges, vielleicht auch schon während des Krieges mit Pyrrhus in Sici-lien, gelernt zu haben.
Die numerische Stärke ihrer Armeen war immer mehr oder minderbeträchtlich, obgleich nicht in dem Grade, wie (wohl übertriebener Weise)die alten Schriftsteller vermelden. Selbst nach den massigen Angabendes Timäus war ihre Zahl in den sicilischen Kriegen weit bedeutender,als während der punischen Kriege, besonders des zweiten. Bei alledemunterliegt es keinem Zweifel, dass bei den ungeheuren Mitteln, überwelche Karthago verfügte, die Aufstellung und der Unterhalt einer Armeevon 100,000 Mann, die vorzugsweise aus Miethstruppen bestand, nichtallzuviel Mühe kostete. Aber diese grosse numerische.Stärke bedeutete,bei den offenbaren Mängeln und Nachtheilen solcher Zusammensetzungaus Soldtruppen, Nichts oder sehr wenig in staatlicher Beziehung, wiedies schon früher auseinandergesetzt wurde. Wie gross an Zahl dieHeere auch immer sein mochten, eine zuverlässige Macht in staatlicherHinsicht bildeten sie nicht, weder nach aussen gegen solche Gegner,wie die sicilischen Griechen und besonders die Römer, noch nach innenfür die Aufrechthaltung der innern Sicherheit.
Das war im Allgemeinen der Standpunkt der militärischen Organi-sation und der Kriegskunst bei.den Karthagern bis zum Ende des erstenpunischen Krieges ^241).
§. 120.Nach dem ersten punischen Kriege.
Seit diesem Zeitpunkt beginnt das Heerwesen von Karthago raschemVerfalle zuzusinken, die Kriegskunst aber bewahrt ihren hellen Glanznur in Folge der eminenten persönlichen Gaben des Hamilkar Barkas,seines Eidams Hasdrubal, und seiner Söhne Hasdrubal, Mago und vorAllen Hannibal.
Der Ursachen zum Verfall des Heerwesens gab es mehrere, die zu-sammenwirkten. Zunächst stand dieser Verfall des Kriegswesens, wieim Orient, Griechenland und Macedonien überhaupt, so auch in demkarthagischen Staate im engsten Zusammenhange mit dem Sinken desgesammten Staatswesens in politischer, staatlicher und namentlich insittlicher Beziehung. Bereits lange vor dem Ende des ersten punischenKrieges war das Staatswesen Karthagos erschüttert und corrumpirt wor-den durch mancherlei sich einschleichende und tiefe Wurzel schlagendeMissbräuche, deren hauptsächlichste, nach des Aristoteles Zeugniss, dieVerkäuflichkeit der höchsten Aemter und Stellen und die