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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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60 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

in der That diejenigen aller übrigen Staaten jener Zeit. Die gewöhnlicheAnzahl ihrer Kriegsschiffe richtete sich nach der Geräumigkeit ihrerSeehäfen, in den sicilischen Kriegen belief sie sich auf 150 bis 250, indem ersten punischen auf 200 bis 350. So kämpften z. B. in der grossenSeeschlacht, durch welche Regulus (257) sich mit der römischen Flotteden Weg nach Afrika erzwang, 350 karthagische Galeeren, mit 150,000Mann Ruderknechten und Truppen darauf, gegen 330 römische Galeeren,auf denen sich 140.000 Ruderknechte und Soldaten befanden, imGanzen waren also auf beiden Seiten zusammen 680 Galeeren und290,000 Mann Ruderer und Truppen im Gefecht! eine Zahl, welcheman heutzutage kaum glauben kann, trotz der sonst durchaus glaub-würdigen Angaben eines Historikers wie Polybius. Nicht weniger un-wahrscheinlich ist auch seine Beschreibung dieses Massenkampfes: dieFlotte des Regulus, im Keil formirt, durchbrach die karthagische, welcheim Bogen aufgestellt war, um die römische zu umfassen, 50 karthagischeGaleeren wurden mit der ganzen darauf befindlichen Mannschaft ver-senkt, 64 durch die Römer genommen, mehr als 30,000 Menschen kamenim Ganzen um! Die Angabe über die Anzahl der Leute auf den Schiffengründet sich darauf, dass auf jeder Galeere der Karthager sich zweiDritttheile Ruderknechte und ein Dritttheil Krieger befanden (auf denQuinqueremen z. B. 300 Ruderer und 120 Krieger). Die Ruderer warenSklaven, welche die Regierung dazu in grossen Massen ankaufte undwahrscheinlich auch im Frieden auf dem vollen, oder dem halben Etatbehielt. So kaufte, wie Appian erzählt, Hasdrubal im zweiten punischenKriege an einem Tage 5000 Sklaven als Ruderkneehte! Die Flottenhatten ihre besonderen Anführer, welche bei gemeinschaftlicher Actionmit der Armee unter den Führern dieser Letzteren, bei alleiniger Actionder Flotte unmittelbar unter dem Senate standen.

Die Landmacht Karthagos hatte, nach des Polybius Meinung, nie-mals die Bedeutung und Wichtigkeit, wie die Seemacht und stand mitdieser nicht auf gleicher Höhe. Nichts destoweniger erheischten die viel-fachen, fast unaufhörlichen Kriege Karthagos und die Notwendigkeitder Ausbreitung und des Schutzes seiner Herrschaft nach aussen, wie imInnern, das Vorhandensein und die Unterhaltung auch zahlreicher Land-armeen, welche vorzugsweise aus Miethstruppen von allen möglichenStämmen des westlichen Europas und Afrikas, und nur in ganz geringemMaasse aus den eigenen afrikanischen ünterthanen. Libyo-Phöuiziernund namentlich karthagischen Bürgern zusammengesetzt waren. NachPolybius befanden sich in der 70,000 Mann starken karthagischen Armeeim Ganzen nur 2500 karthagische Bürger, und zwar diese aus der Zahlder vornehmsten und reichsten, welche ausschliesslich in der schwer-bewaffneten und reich ausgerüsteten Cavallerie dienten; dieser Dienst