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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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46 III. Vom Torte Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

zweiten Linie vorrücken an die Stelle der Abtheilungen der ersten Linie.Diese Bewegungen wurden mit grösster Pünktlichkeit, Ordnung undSchnelligkeit ausgeführt. Dadurch war dem Machanidas der Rückzugabgeschnitten und für Philopömen die Möglichkeit gegeben, nach linkshin das Centrum des feindlichen Heeres zu umfassen, welches seinesrechten Flügels bereits beraubt war. Nun befahl Philopömen dem Poly-bius (Oheim des Historikers), alle übrig gebliebenen und versprengtenberittenen Geharnischten, Tarentiner und Illyrier zu einem einzigenCorps zusammenzuraffen und es auf den Höhen hinter der linken Flankeder Phalanx zu postiren, gleichsam als Verstärkung (oder Reserve). DiePhalanx Philopömen's, welche die baldige Rückkehr des Machanidasfürchtete, brannte vor Ungeduld, sich in den Kampf zu stürzen. Philo-pömen theilte und verstand diese Sorge und Ungeduld und war im Be-griff, die Vorwärtsbewegung anzuordnen, als er bemerkte, dassdie feind-liche Phalanx ihrerseits sich nach vorwärts in Bewegung setzte. Nunhielt er seine Phalanx zurück, entschlossen, den feindlichen Angriff hinterder Einsenkung zu erwarten; und kaum waren die Angreifer leichtund rasch in dieselbe hinabgestiegen, so warf sich die gesammte Phalanxdes Philopömen auf der ganzen Linie plötzlich auf die noch in der SchluchtBefindlichen mit solcher Wucht und solchem Ungestüm, dass sie in weni-gen Minuten fast die ganze feindliche Phalanx auf der Sohle der Schluchterschlagen hatte, die sich gerettet und zur Flucht gewandt hatten,wurden über die Schlucht hinaus verfolgt.

Gerade in diesem Momente kam Machanidas wieder von Mantineaim Galopp herbei, nachdem er bis zu den Mauern dieser Stadt die ReitereiPhilopömen's heftig und unklug verfolgt hatte. Als er, wenn auch spät,seinen Fehler und dessen verderbliche Folgen erkannt, formirte er diebei ihm befindlichen Söldnerreiter in eine dichte Colonne und wolltesich mit ihnen über die abgestochenen Ränderstellen der Schlucht durch-schlagen. Philopömen hatte aber auch hiergegen schon seine Massregelngetroffen: nur einen Theil seiner Truppen zur Verfolgung des Feindesentsendend, hatte er mit seiner Hauptmacht den gegenüberliegendenRand der Schlucht besetzt und besonders die Truppen verstärkt, welchedie hergerichteten Passagen besetzt hielten und schützten, auch demCorps des Polybius Verstärkung zugeschickt. Machanidas näherte sichbereits an der Spitze seiner Colonne der Schlucht. als plötzlich seineMiethlingsreiterei ihn feig im Stiche Hess und nach allen Seiten aus-einanderstob; er blieb nur mit zweien seiner Officiere allein übrig.Machanidas galoppirte die Schlucht entlang, um eine geeignete Ueber-gangsstelle zu finden, Philopömen blieb auf der anderen Seite der Schluchtimmer neben ihm in gleicher Höhe, und kaum war Machanidas in dieSchlucht hinabgeritten, so stiess ihn Philopömen mit geschickt geführtem