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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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44 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

wählt im Hinblick auf die von ihm beabsichtigte Aufstellung seiner Armeein Schlachtordnung auf dem Terrain vor Mantinea, das er vorher sorg-fältig recognoscirt und sehr glücklich ausgewählt hatte (er besass diebesondere und damals seltene Gabe, die militärischen Eigenschaften einesTerrains, dessen Vortheile und Stärken ausfindig zu machen und zu unter-scheiden!. Dieses Terrain bildete eine Ebene, die nach West und Ost vonAnhöhen begrenzt war: am Fusse der östlich gelegenen befand sich einTempel des Neptun, sowie der Weg von Mantinea zu diesem. Querdurchdie Ebene zog sich von der einen Anhöhe zu der anderen eine Schluchtoder Senkung, die im Winter mit Wasser angefüllt, im Sommer trockenwar. steile Ränder hatte, und von fern nicht zu bemerken, sondern erstsichtbar war, wenn man nahe an den Rand herankam. Diese hatte Philo-pömen als ein natürliches Vertheidigungshinderniss zu benutzen be-schlossen. Deshalb besetzte die vorausmarschirende leichte Infanterieder linken Flügelcolonne, sobald sie an der Schlucht angelangt war,gleich den Abhang der darüber liegenden Höhen; die Reiterei stellte sichacht Glieder tief vor denselben auf, am Fusse der Höhe, und an die linkeFlanke dieser Reiterei schlössen sich die berittenen Geharnischten unddie Illyrier an. Die Phalanx stellte sich mehr rechts von der Reiterei inder Mitte der Schlachtordnung in einer vollständig neuen, von Philopömeneingeführten Formation auf, nämlich schachbrettförmig in zwei Linienmit Intervallen zwischen den einzelnen Abtheilungen, welche jede zusechszehn Glieder Tiefe rangirt waren, und zwar so, dass die Abthei-lungen der zweiten Linie den Zwischenräumen der ersten gegenüber-standen. Die Kataphrakten schlössen die Aufstellung der Schlachtlinieauf der rechten Flanke der Phalanx, gewissermassen als Reserve. Dieganze Armee war auf diese Weise hinter der Schlucht a"ufmarschirt underwartete den feindlichen Angriff: Philopömen wandte sich mit einerkurzen aber kräftigen Ansprache an seine Krieger. »Der heutige Tag«,sagte er unter Anderem, »wird darüber entscheiden, ob Ihr hinfort Freieoder Sklaven sein werdet.«

Bald sah man den Anmarsch des Heeres des Machanidas in derMarschformation der drei Colonnen, wobei die mittlere in einer schrägenRichtung zum rechten Flügel Philopömen's herankam. Der Letztere nahmdeshalb an, dass Machanidas diesen in schräger Schlachtordnung mitverstärktem linken Flügel angreifen wolle, und verdoppelte seine Auf-merksamkeit und Wachsamkeit, änderte aber Nichts in seiner Aufstellung.Bald aber machte des Machanidas rechte Flügelcolonne und darnach dannauch die übrigen eine Flankenbewegung nach rechts und stellten sichjenseits der Einsenkung und noch weit davon entfernt parallel zur Armeedes Philopömen in Schlachtordnung auf, Centrum gegen Centrum, undFlanken gegenFlanken. Nun erwartete Philopömen. dass die spartanische