42 HI. Vom Tode Alexanders M. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
längs der Meeresküste, belagerte und nahm unterwegs die Stadt Oricum,verlor sie aber, da er sie zu schwach besetzt hatte, schon am folgendenTage wieder und zog weiter gegen Apollonia, das er ebenfalls belagerte.Inzwischen hatten die Römer von seinem Vertrage mit Hannibal Windbekommen und trafen, sobald sie sich von ihrer bei Cannä erlittenenNiederlage erholt hatten, ihre Massregeln. Der römische Senat schickteNävius mit einem Heere nach Macedonien. Nävius griff, gänzlich widerPhilipp's Erwarten, diesen plötzlich an, während er noch Apollonia be-lagerte, und brachte ihm eine so entschiedene Niederlage bei, dass ergezwungen war, seine Schiffe zu verbrennen und mit den Ueberrestenseines Heeres sich zu Lande nach Macedonien zurückzuziehen (214).
Während Philipp durch seinen Vertrag mit Hannibal unkluger Weisedie Römer gegen sich aufgebracht hatte, wandten sich die Aetolier da-gegen an diese, um sie zum Beitritt zu ihrem Bunde aufzufordern. Derrömische Senat ging mit Freuden darauf ein und sandte auf Schiffenein Heer unter M. Valerius Lävinus nach Aetolien. Lävinus fand inden Aetoliern treue Bundesgenossen, zu denen sich ausserdem nochSparta. Elis, der König Attalus von Pergamum und die illyrischenKönige Skerdillai'das und Pleuratus gesellten, — Alle äusserst unzu-frieden mit Philipp und ihm feindlich gesinnt 211). Auf der Seite diesesLetzteren standen dagegen nur die Achäer gieren Stratege seit dem Jahre213 nach Aratus' Tode der muthige Philopömen war), die Akarnanierund Böotier.
Lävinus nahm gleich nach seiner Ankunft in Aetolien die StadtAnticyra in Phocis. Philipp rückte gegen diese Stadt, schlug die Aetolierzweimal und vermochte auch beim dritten Mal, obgleich Jenen der rö-mische Tribun Sulpicius zur Hülfe herangekommen war und trotz derAnstrengungen der Römer, das Schlachtfeld zu behaupten, nahm sogaram folgenden Tage 4000 Mann gefangen und zwang die Aetolier zumraschen Abschluss eines Separatfriedens. In seiner Hoffnung auf Hannibalgetäuscht, für welchen der Krieg in Italien nach der Schlacht bei Cannäeine ungünstige Wendung nahm, — so dass die Römer im Stande waren,erhebliche Streitkräfte gegen Macedonien aufzustellen —, machte PhilippFriedensvorschläge, und im J. 204 kam der Friede auch zu Stande. DieHauptbedingung desselben war der Rücktritt Philipp's von dem Bündnissmit Karthago. In diesen Frieden wurden zugleich alle Verbündete derRömer in Griechenland eingeschlossen. Die ferneren Thaten Philipp'sund der Griechen, welche vier Jahre später zum ersten römisch-mace-donischen Kriege führten, gehören bereits in die Beschreibung diesesKrieges, wo sie seiner Zeit dargestellt werden sollen.
Zum Schluss erübrigt nun noch, an die letzten Kriegsereignisse imPeloponnes zu erinnern, namentlich an den bemerkenswerthen Antheil