18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 41
riitherei zwang ihn, unter Verlusten die Belagerung aufzuheben. Da in-zwischen die Aetolier in Messenien und Thessalien eingefallen waren, soentsandte Philipp den achäischen Feldherrn Eperatus nach Messenien,während er selbst sich zu der Insel Leukadia und von da nach Limnäawandte. Hier stiessen die Akarnanier zu ihm, er rückte nach Aetolienvor, nahm die Hauptstadt Therma, bis wohin noch niemals ein Feindvorgedrungen war, und plünderte sie, zur Vergeltung für die Plünderungdes dodonischen Tempels durch die Aetolier im vergangenen Jahre.Dann kehrte er nach Limnäa zurück, schlug die ihm nachrückendenAetolier zweimal und wandte sich durch den Isthmus direct gegen La-konien. Hier hatte der spartanische König Lykurgus nach Vertreibungdes andern Königs, Agesipolis, und nach Unterdrückung der Verschwö-rung des Chilon alle seine Streitkräfte gegen den achäischen Bund undgegen Philipp aufgeboten. Er hatte Messenien verwüstet, Sparta befestigt,und wies einen Angriff Philipp's auf diese Stadt zurück. Philipp ver-wüstete Lakonien mit Feuer und Schwert und kehrte mit reicher Beutebeladen nach Korinth zurück. Im folgenden Jahre (217) eröffnete Philippden Feldzug mit der. Belagerung der Stadt Thebä in der thessalischenProvinz Phthiotis, an der Grenze des Gebietes der Stadt Magnesia. Nach13tägiger Belagerung nahm er Thebä ein, bevölkerte den Ort mit Mace-doniern und nannte ihn Philippopolis. Hier erhielt er zu ein und derselbenZeit die Nachricht von dem Siege Hannibal's in Italien am trasimenischenSee über die Römer und empfing eine Gesandtschaft der Rhodier undChier, welche seine Vermittelung zum Abschluss eines Friedens nach-suchten. Unter dem Eindruck der Erfolge und des Sieges Hannibal'sund angereizt durch die Rathschläge des Demetrius von Pharos. den dieRömer aus Italien verbannt hatten, hatte Philipp den Entschluss gefasst,sich mit Hannibal zu verbünden, und willigte nun gern in den Vorschlagder Rhodier und Chier ein, in Folge dessen noch im selben Jahre 217zu Naupaktus ein Friede zwischen dem ätolischen und dem achäischenBunde unter der von Philipp vorgeschlagenen Bedingung zu Stande kam,dass beide Theile alle die Besitzungen behalten sollten, welche sie vordem Beginn des Krieges innegehabt hatten.
Aratus rieth als erfahrener Politiker dem Philipp mit Recht, sich mitHannibal in kein Bündniss einzulassen, um sich dadurch nicht in feind-liche Beziehungen zu Rom zu setzen. Philipp, den seine Erfolge und seineMacht schon hochmüthig gemacht hatten, und von Ehrgeiz gestachelt,liess Aratus vergiften, schloss nach der Schlacht bei Cannä mit Hannibaleinen geheimen Vertrag, indem er diesem seine Unterstützung mit Heerund Flotte zu gemeinschaftlichem Kriege gegen Rom zusagte, und begannsich zur Ueberfahrt nach Italien zu rüsten. Nachdem er seine Rüstungenbeendet hatte, zog er im J. 215 mit einem Heere, von der Flotte begleitet,