18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 37
des Antigonus zu diesem Zwecke war dieEinnahme der Burg vonKorinth,eines äusserst wichtigen Punktes, des Schlüssels zum Peloponnes. Umsich die Wegnahme derselben zu erleichtern, vermählte er seinen Sohnmit derWittweAlexander's, des Tyrannen von Korinth, und bemächtigtesich während des Hochzeitmahles plötzlich und heimlich der korinthi-schen Burg (243). Sofort beauftragte der achäische Bund den Aratus.mit einem kleinen aber auserlesenen Truppencorps diese Burg zurück-zuerobern; Aratus führte dies glücklich aus. indem er sie mit Sturmnahm, und in Folge dessen erhoben sich nun viele griechische Städte,welche dem Antigonus unterworfen waren, plötzlich gegen diesen. Anti-gonus traf Anstalten zu ihrer Wiederunterwerfung, starb aber bald darauf(243); sein Sohn und Nachfolger Demetrius IL (243—233), dessen Ge-schichte in Dunkel gehüllt ist, lag jedoch sogar mit den Aetoliern imKriege, welche in Macedonien eingefallen waren, und es gelang ihm mitHülfe des illyrischen Königs Agron, sie zurückzuschlagen. Die Aetolierfanden ihrerseits Unterstützung gegen ihn bei dem achäischen Bunde.Um nicht seinen Einfluss imPeloponnes einzubüssen, Hess sichDemetriusdie Unterstützung der Tyrannen in einigen griechischen Städten ange-legen sein, und hieraus wie aus der militärischen Unfähigkeit des Aratuserklärt es sich, dass der Versuch der Achäer, die für sie wichtige StadtArgos aus der Macht ihres Tyrannen und des Demetrius zu befreien,keinen Erfolg hatte. Aber nach dem Tode des Philippus L, des un-mündigen Sohnes des Demetrius II. , unterstützte dessen Oheim undNachfolger Antigonus IL Doson (233—321), der im Innern und an dennördlichen Grenzen Macedoniens beschäftigt war, die Tyrannen in dengriechischen Städten nicht länger, und diese entsagten nun allmälig frei-willig ihrer Macht. Auf diese Weise traten Megalopolis, Phlius, Hermioneim Peloponnes, dann Athen, das den Abzug seiner macedonischen Be-satzung mit 150 Talenten erkaufte, und mit diesem Salamis und Aegina,im J. 228 auch Argos dem achäischen Bunde bei und verstärkten seineMacht erheblich. Aber zur selben Zeit legte eine wichtige innere Um-wälzung, welche in Sparta vor sich ging, der weiteren Entwicklung desachäischen Bundes für einige Zeit ein Hinderniss in den Weg.
Die Macht Spartas war schon seit seinen Kriegen mit Theben undmehr noch in Folge des Verfalles seiner politischen und bürgerlichenEinrichtungen gesunken. Die ausserordentliche Ungleichheit der Rechteder besitzenden Klassen hatte eine Anhäufung von Reichthümern in denHänden einiger Oligarchen und die gänzliche Verarmung der Masse desVolkes zur Folge gehabt, welches, um sein Leben zu fristen, sich aufRaub legte, und hiermit zugleich war die Sittenverderbniss im höchstenGrade eingerissen. Aus diesem Grunde machte im J.244 der jugendlichespartanische König Agis HI. den ersten Versuch, die alten lykurgischen