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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 21

Macedonien. Dorthin war unterdessen Olympias unter dem Schutz einesvon Polysperchon ihr zugesandten Heeres aus Epirus zurückgekehrt,hatte ihren unmündigen Enkel Alexander und dessen Mutter Koxaneunter ihren Schutz genommen, und alle Macedonier, Heer und Volk,waren auf ihre Seite getreten. Aber die von ihr veranlasste Ermordungdes Philipp Arrhidäus, die Hinrichtung vornehmer Macedonier, derFreunde und Anhänger Antipater's und Kassander's und andere schlimmeGrausamkeiten und Uebelthaten erregten bei den Macedoniem solchenHass gegen, sie, dass sie genöthigt war, nach Pydna in Thessalien zufliehen. Kassander brach nun eilends mit einem Heere nach Macedonienauf. Da er den Durchgang durch die Thermopylen nicht zu erzwingenvermochte, so schiffte er sich in Lokris mit seinem Heer auf einer Flotteein und belagerte, nachdem er Thessalien durchzogen hatte, die Olympiasin Pydna (317). Sie leistete hartnäckigen Widerstand, da sie hoffte, dassPolysperchon ihr ein Heer zu Hülfe senden werde; aber dieses Heerging im Frühjahr 316 zu Kassander über. Olympias ward durch Hungerzur Uebergabe gezwungen und auf Urtheilsspruch des Heeres hinge-richtet. Auch Roxane wurde mit ihrem Sohne in Pydna gefangen undvon Kassander nach Amphipolis in Gewahrsam gebracht, und nun gingKassander nach Macedonien, nahm es ganz in Besitz, heirathete dieTochter Philipp's und Schwester des Arrhidäus, Thessalonice, und be-gann unter gänzlicher Nichtachtung der königlichen Familie sich alsKönig von Macedonien zu geberden (den Titel »König« nahm er balddarauf an).

Während dies in Griechenland und Macedonien sich zutrug, hatteAntigonus den ehrgeizigen Plan gefasst, sich ganz Asiens zu bemächtigenund die oberste Gewalt an sich zu reissen. Zunächst wollte er denEumenes auf seine Seite bringen und trat deshalb in Unterhandlungenmit ihm. Eumenes machte sich dies zu Nutze, schläferte des AntigonusWachsamkeit ein, täuschte ihn in geschickter Weise und entkam aus derFestung Nora (319). Vergebens suchte er sich in Kleinasien zu halten:ein Seesieg des Antigonus über die königliche Flotte unter Klitus be-raubte Eumenes der Herrschaft zur See, und nun beschloss er, sich inHochasien festzusetzen, wohin er auch im Frühjahr 318 rückte, in derHoffnung, bei den Statthaltern der östlichen Provinzen Hülfe und Unter-stützung zu finden. Auf dem Wege dorthin erfuhr er, dass er zumköniglichen Strategen mit voller Gewalt ernannt sei, und entnahm nunaus dem königlichen Schatz in der Bergfeste Quinda so viel Geld, als ernöthig hatte, um seine Kräfte mit Antigonus messen zu können, brachtedie Argyraspiden auf seine Seite und handelte Überall nur im Namen undunter dem Schutze des Ansehens und der Macht des königlichen Hauses.Während dessen hatten in Hochasien fast alle Statthalter der Provinzen