18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 19
dieser zwei gebirgigen Provinzen stiess. Da er indessen seine geheimenehrgeizigen Pläne durch seine "Weigerung, die Tochter des Antigonus zuheirathen*), und die Absicht, sich mit der Schwester Alexander's d. Gr.,Kleopatra, zu vermählen, sowie durch seine Bemühung, Antigonus undPtolemäus bei dem Heere zu verleumden, allmälig zu enthüllen begann,so zwang er dadurch den beleidigten Antigonus und Ptolemäus, miteinander ein Bündniss gegen Perdikkas und Eumenes zu schliessen(321). Die Folge davon war der erste Krieg zwischen den NachfolgernAlexander's d. G.
In Kleinasien Hess Perdikkas den Eumenes zurück, um es gegenAntipater und Kraterus zu vertheidigen, welche von Griechenland herdurch den Hellespont in dasselbe eindrangen, — er selbst wandte sichgegen Ptolemäus nach Aegypten. Ptolemäus wusste mit grosser Gewandt-heit von der örtlichen Lage und Gestaltung dieses Landes Nutzen zuziehen, die für die Vertheidigung höchst günstig war, und vereitelte langeZeit hindurch alle Anstrengungen des Perdikkas, den untern Nil unddessen Arme zu überschreiten. Als es aber dem Perdikkas endlich gelang,in Aegypten vorzudringen, da ward er von seinen eigenen sichgegen ihn empörenden Soldaten ermordet (321). Eumeneshatte inzwischen, obschon von den macedonischen Truppen als Fremd-ling gehasst, durch seine persönliche Begabung und Kunst dennoch denSieg an sich zu fesseln vermocht und den Kraterus geschlagen, der imKampfe selbst gefallen war. Der Tod des Perdikkas hatte zur Folge,dass die Truppen, welche ihn ermordet hatten, an seiner Stelle denStatthalter von Medien, Python, erwählten und alle Anhänger des Per-dikkas und besonders des Eumenes verjagten. Python trat aber seineMacht an Antipater ab, welcher in Triparadisus in Syrien einige Ver-änderungen in der Vertheilung der Statthalterschaften und Provinzentraf, so u. A. in Babylon den Befehlshaber der macedonischen Reiter-schaaren, Seleukus, einsetzte, dann aber, unter Zurücklassung desAntigonus in Westasien mit dem Oberbefehl über alle dort befindlichenköniglichen (macedonischen) Truppen und der Anweisung, den Eumeneszu verfolgen und zu vernichten, selber nach Macedonien zurückkehrte,wohin er auch die ganze königliche Familie aus Asien überführte (320).
Nun begann der zweite, in militärischer Beziehung äusserst inter-essante Krieg zwischen Antigonus und Eumenes, welche Beide gleichgeschickte Feldherren waren. Antigonus, der 60,000 Mann Fussvolkund 10,000 Mann Reiterei hatte, zwang bald den Eumenes, sich in dieBergfeste Nora an der Grenze von Kappadocien und Lykaonien zu werfen
*) Nach Anderen verstiess er dieselbe, die schon mit ihm vermählt war. — Anm.d. Uebers.
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