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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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18 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

die Aufnahme einer macedonischen Besatzung und die Verwandlung derdemokratischen Regierungsforni in eine aristokratische oder oligarchische(welche die Macedonier beständig während dieser und der nachfolgendenZeit in Griechenland aufrecht erhielten). Die Athener waren gezwungen,auf diese für sie harten Bedingungen einzugehen, in den athenischenHafen Munychia wurde eine macedonische Garnison gelegt, und die-jenigen athenischen Bürger, welche weniger als 2000 Drachmen Ein-kommen hatten, wurden von der Theilnahme an der Regierung ausge-schlossen. Darauf schickte Antipater sich zum Kampfe gegen die Aetolieran, ein Kampf, der sehr hartnäckig zu werden versprach, weil diesekriegerischen Bergvölker entschlossen waren, sich in ihren Bergen bisaufs Aeusserte zu wehren. Aber die Nachrichten, welche Antipatergerade jetzt über die wichtigen Ereignisse erhielt, die im Orient vor-gefallen waren, veranlassten ihn, für den Augenblick mit den AetoliernFrieden zu schliessen, den er aber bei der ersten günstigen Gelegenheitzu brechen fest entschlossen war. So war in Griechenland der Aufstandder Griechen unterdrückt, einerseits in Folge der steten Misshelligkeitenund Zwistigkeiten derselben unter einander, und andererseits durch diegewandte politische und militärische Thätigkeit Antipater's.

Inzwischen ging der ehrgeizige Perdikkas, der während der Minder-jährigkeit des Philipp Arrhidäus, des natürlichen Sohnes von Philippvon Macedonien, und Alexander's, Sohnes von Alexander d. Gr. und derRoxane, zum Reichsverweser ernannt war, selbst insgeheim mit demGedanken um, sich die oberste Gewalt anzueignen, und hielt es des-halb für nöthig, alle seine Nebenbuhler zu entfernen. In Folge dessenwurde Ptolemäus, Sohn des Lagus, zum Statthalter von Aegypten er-nannt, Leonnatus zum Statthalter von Mysien, Antigonus von Phrygien,Lycien und Pamphylien, Lysimachus von Thracien, unter macedoni-scher Oberhoheit, Antipater und Kraterus erhielten Macedonien undGriechenland. Eumenes (ein Fremdling, aus Thracien gebürtig) Kappa-docien, das übrigens erst erobert werden musste, da es noch unabhängigwar und nur, wie den Persern, so auch Alexander d. Gr. Abgaben ge-zahlt hatte. Perdikkas trug Antigonus und Leonnatus auf, Eumenes mitWaffengewalt in den Besitz und die Regierung von Kappadocien einzu-setzen. Da aber Leonnatus, um Antipater zu helfen, nach Griechenlandgegangen und dort gefallen war, Antigonus dagegen sich weigerte, desPerdikkas Befehl nachzukommen, so half dieser Letztere selbst demEumenes bei der Eroberung Kappadociens oder des ganzen nordöstlichenTheiles von Kleinasien, und erwarb sich in Eumenes einen ergebenentreuen Freund und sehr begabten Gehülfen. Darauf eroberte er Pisidienund Lykaonien, obgleich mit vieler Mühe, weil er auf hartnäckigen Wider-stand von Seiten der halbbarbarischen und kriegerischen Bevölkerung