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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 7

PyrrhusIL, König von Epirus (312272), gleich hoch begabt alsMensch, Herrscher und Feldherr, hob die politische Bedeutung des bisdaliin in Griechenland sehr geringschätzig angesehenen Epirus, indemer dessen militärische Einrichtungen und dessen Heerwesen so vervoll-kommnete, dass sie jenen von Griechenland und selbst Macedonien er-heblich überlegen waren und im Verein mit seiner (des Pyrrhns) persön-licher Kriegskunst ihm den Vorrang und das Uebergewicht nicht alleinin Griechenland und Macedonien, sondern sogar in Italien selbst gegendie Kömer und in Sicilien gegen die Karthager sicherten (wie seiner Zeitweiter ausgeführt werden wird).

Der achäische Bund der zwölf Städte Achajas, dieser nördlichstenProvinz des Peloponnes, welcher schon vor Alters bestanden hatte,von den Macedoniern aber nach Alexander's d. Gr. Tode zerstört wordenwar, hatte seit dem Jahre 281 sich aufs Neue gebildet und entwickelt,und war namentlich seit 251 erstarkt und mächtig geworden. Da seineGrundbedingung die vollkommene politische Gleichheit aller Städte undStaaten, welche ihm angehörten, und die Beibehaltung ihrer eigeneninneren Regierungsform war, wobei die allgemeine Leitung der Ange-legenheiten des Bundes durch eine Versammlung Delcgirter jedes Staatesgehandhabt wurde, die zweimal jährlich in der Stadt Aegä, später inKorinth zusammentraten, so hatte auch jeder Staat seine eigenen mili-tärischen Einrichtungen und Truppen behalten, aber das gesammte ver-einte Bundesheer stand unter dem Oberbefehl eines Bundes-Strategen,der durch gemeinsame Wahl bestimmt ward und zugleich das Oberhauptdes Bundes war. Für die Macht des Bundes war es sehr günstig, dasser in seinen beiden ersten Strategen, Aratus (251213) und Philopömen(213183), hoch begabte Männer an seiner Spitze hatte, welche ihn zubeleben und in würdiger Weise hoch zu halten vermochten. Der erstevon diesen war besonders ein hervorragender Politiker, der zweite einbedeutender Feldherr und zugleich der letzte der grossen Männerund Feldherren, welche Griechenland hervorgebracht hat.

Der ätolische Bund hatte gleichfalls schon früher bestanden undentwickelte und kräftigte sich nach dem Tode Alexander's d. Gr., etwaum 284, in der Absicht, den Gewaltthätigkeiten und Bedrückungen dermacedonischen Könige entgegenzutreten. Von allen griechischen Stäm-men war der ätolische zwar der roheste geblieben, hatte aber die Reinheitund Strenge seiner Sitten und seinen tapferen kriegerischen Geist be-wahrt, als bei den übrigen Stämmen und Staaten Griechenlands Beideslängst verloren gegangen war. Das äusserst bergige und unfruchtbareAetolien zwang seine Bewohner zu Einfällen in die benachbarten Pro-vinzen, um Subsistenzmittel zu erlangen. Dies verwickelte sie in Kriegeund wurde Anlass und Grund zu noch grösserer Kräftigung des Bund-