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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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6 III. Vom Tode Alexander'» d. Gr. bis zum zweiten punisehen Kriege.

aus den verschiedensten Stämmen und Völkern zusammengesetzt undhatten die Gewohnheit angenommen, Wurfmaschinen, Streitwagen undElcphanten mit sich zu fuhren, eine Gewohnheit, welche Alexander d. Gr.mit Recht verachtet hatte, die sich aher nach seinem Tode ausserordent-lich verbreitete, standen aher in Bezug auf ihre innere Organisationund Verwaltung, und besonders auf ihren kriegerischen Geist und ihremilitärische Ordnung unvergleichlich viel tiefer, als die Heere Philipp'sund Alexauder's d. Gr.

In Griechenland aber stand es, im Ganzen genommen, noch weitschlimmer. Seine einst so vortrefflichen militärischen Einrichtungenwaren ganz in Verfall gerathen und zum todten Buchstaben geworden.Und es konnte auch nicht anders sein bei der entsetzlichen Sittenlosjg-keit, welche unter den Griechen eingerissen war, und bei der tiefen Er-schöpfung und Ohnmacht, der politischen Verkommenheit und dem Ver-fall , worein Griechenland versunken war. Die griechischen Staaten,Athen und Sparta an der Spitze, furchtbar zerrüttet durch politischeParteiungeu, innere Bürgerkriege und äussere Fehden mit den KönigenMaccdoniens und des Orients und mit feindseligen fremden Stämmen(Galliern u. A.), erschöpften ihre Kräfte in diesen Kriegen mehr undmehr und geriethen in ein Stadium völliger Kraftlosigkeit und Ohnmacht.In diesen für Griechenland wahrhaft unglücklichen Zeiten boten diegriechischen Armeen kaum noch den Schatten einer Aehnlichkeit mitjenen in der Zeit der Grösse und Berühmtheit Griechenlands. Vorzugs-weise zusammengesetzt, nicht wie früher aus den besten, höchsten Volks-klassen, sondern aus den untersten, ärmsten, aus Freigelassenen, Sklaven-und namentlich aus Hülfstruppen, Griechen und Fremden, waren sienicht mehr den alten strengen Kriegsgesetzen unterworfen, welche kraft-los geworden und vergessen waren, und standen in Bezug auf innereOrganisation und Verwaltung, und besonders in Bezug auf militärischenGeist und Ordnung sehr tief. Durch die Griechen selbst war es inGriechenland nach dem peloponnesischen Kriege üblich geworden, dassSoldaten sich vermietheten, jetzt ward dies bei ihnen stehende Ge-wohnheit und gereichte ihnen zum Verderben und zur Schande. FürJedermann, Landsleute wie Fremde, innerhalb und ausserhalb Griechen-lands, waren die Griechen für Geld immer bereit als Miethlinge zu die-nen, ja ihre eigenen Armeen waren überfüllt von griechischen Söldner-tiuppen.

Aus diesem dunkeln Gesammtbilde des Verfalls der militärischenEinrichtungen und Heere in Griechenland heben sich indessen zeitweiligals erquickende Ausnahmen ab: Epirus unter seinem Könige Pyrrhus II.,der achäische und ätolische Bund, lind Sparta unter seinem König Kleo-menes 227222 v. Chr.