Beilagen. 461
MDCCL. — Ludovicae ülricae Suecorum Gothorum Vandalo-rumque Reginae etc. dedicata. Und italienisch: Le gemme antichedi Anton-Maria Zanetti diGirolamo.illustratecolleannotazionelatine di Anton-Francesco Gori, volgarizzate da Girolamo-Francesco Zanetti di Allessandro. Venezia MDCCL. (d. h.Zanetti'sche Kameen-Sammlung. Alte Kameen, geschnittenvon Anton Maria Zanetti (Sohn des Hieronymus), mit latei-nischen Erläuterungen von Anton Franz Gori, in italienischerSprache herausgegeben von Hieronymus Franz Zanetti (SohnAlexander's). Venedig, 1750.
Wir entnehmen diesem Werke folgende interessante Mittheilungen überdie beiden Kameen von Alexander d. Gr.:
Die erste Kamee. Von den nach Arbeit und Kunst seltenen Kameendes Museums Zanetti, die jetzt zum ersten Mal der Welt vorgeführt werden,nimmt der Kopf Alexander's d. Gr. , Königs von Macedonien, die erste Stelleein, welcher auf einem wundervollen orientalischen Achat*) von einem äusserstgeschickten griechischen Künstler in Relief geschnitten ist. Alexander d. Gr.ist darauf als Kopf dargestellt, bedeckt mit dem königlichen Diadem (Stirn-band) , das um die wirr herabfallenden Haare geschlungen ist, und ausserdemgeschmückt mit Widderhörnern, zum Zeichen der besondern Verehrung desJupiter durch Alexander, welcher bei seiner Anwesenheit in Libyen, als erden Zug zum Tempel des Jupiter Ammon unternahm, gern als Sohn diesesLetzteren anerkannt werden wollte. Genau in gleicher Weise ist er dargestelltauf einer silbernen Medaille des Museums Winchelsea, und noch vorzüglicherauf einer anderen silbernen Medaille, die unlängst vom Pater Panel, einem Je-suiten, herausgegeben und erklärt worden, wie auch auf andern, welche vondem berühmten Jesuitenpater Froelich angeführt und beschrieben sind. Die er-habenste Würde des ernsten majestätischen Gesichts, die lebhaften Augen, diekriegerische Tapferkeit (wie sie Homer an seinen herrlichsten Helden besingt)sind ausser allem Uebrigen in wunderbarer Weise an diesem furchtlosen undnimmer ermüdenden Krieger zu erkennen. Da ist nicht ein einziger Zug seinerPersönlichkeit, wie sie in alten Schriften beschrieben sind, der nicht durch denausgezeichneten Künstler mit grösster Genauigkeit und Treue dargestellt wäre,so namentlich: die volle Kraft der frischen Jugend, die hochgewölbte Stirn,der lebhafte Blick, die schön geschwungenen, gleichsam zum Himmel gewand-ten Augenbrauen, die edle gerade Nase, die graziös geschlossenen feinenLippen, endlich das zarte Kinn und der ausserordentlich starke Nacken —,und dieses Alles zeugt von ungewöhnlicher Beobachtungsgabe, wie von grossemFleisse des geschickten Verfassers dieser Arbeit.
Indien und Arabien liefern bekanntlich die schönsten Achate.
Anmerk. d. Uebers.