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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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462 Beilagen.

Die zweite Kamee stellt nach der Meinung- Einiger gleichfalls denKopf Alexander's d. Gr. dar. Da nun eine nicht geringe Anzahl Antiquareund Liebhaber seltener antiker Arbeiten bemerkt hatte, dass auf den bestenzu Alexander's Ehren geschlagenen Medaillen der dargestellte Kopf nicht derseinige sei, sondern der der Kriegsgöttin Minerva, mit der Unterschrift BA21-AEY AAEHANAP02, so nahmen sie, wennschon nur auf schwacheGründe gestützt, die Einen wie die Andern an, dass auch auf den seltenstenund besten Kameen unter der Gestalt dieser Göttin des Verstandes, der Weis-heit und Tapferkeit derselbe macedonische Alexander dargestellt sei. Sie ver-mutheten sogar, dass dies auch auf anderen guten Kameen geschehen seinmöge, auf denen sie den jugendlichen Hercules erblickten, der ganz ebensodargestellt wurde wie Alexander auf seinen Medaillen, so dass, wenn nichtalle, so doch wenigstens die Hauptzüge des männlichen vollen GesichtesAlexander's, in dem Gesichte des Hercules ausgeprägt, wiedererkannt werdenkonnten. Sie wussten sehr gut, dass Minerva die Schutzgöttin, sowohl der Ma-cedonier, als auch besonders Alexander's, und dass Hercules in gewisserWeise sein Familien - Genius war, denn schon die früheren macedonischenKönige erachteten ihre Abstammung von Hercules als ihren höchsten Ruhm.Aber abgesehen von allem Uebrigen, trifft zufällig die Annahme Derer näheran die Wahrheit, welche meinen, dass auf jener Art von Kameen Alexandernicht in der Gestalt der Minerva, sondern in der des Achilles abgebildet sei,von welchem, nach der Angabe des Vellejus Paterculus, Alexander behauptete,dass seine Mutter Olympias abstamme. Diese Meinung wird durch eine goldneMedaille im Museum des Grossherzogs von Toscana bestätigt. Dasselbe ist auchauf der vorliegenden merkwürdigen und seltenen Kamee zu erkennen, einer Ar-beit des höchst geschickten Steinschneiders Nicolaus Avänzi, welcher im 15.Jahrhundert blühte und in Vasari's Werke »Lebensbeschreibungen der Maler«(Vite de' Pittori) besonders rühmend erwähnt wird. Diese Kamee befand sicheinige Zeit lang in dem Museum des venetianischen Edelmanns ZachariaSagredo, welcher sie mit Recht ausserordentlich hoch schätzte. Der talent-volle Künstler hat in geistreicher Weise in der Form einer Verschönerung desRumpfes einen Löwenkopf auf der linken Schulter angebracht, weil auf denMedaillen Alexander's häufig ein Löwe sichtbar ist und weil sein Vater Philippdie Gewohnheit hatte, einen Ring am Finger zu tragen, auf dem ein schreiten-der Löwe gravirt war.

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Druck. von Breitkopf und Hartel in Leipzig,