458 • Beilagen.
Mallier inclusive, er weniger persönlichen Antheil an den Schlachten und demHandgemenge genommen hätte?
Seine ausschliesslich auf die Eroberung der Provinzen des persischenReiches gerichteten Operationspläne wurden vom Feinde fast gar nicht durch-kreuzt. Kaum war dem Letzteren ein heftiger Schlag versetzt, so entfloh er indie Ferne , und Alexander konnte sein Unternehmen ungestört ausführen , wasihm natürlich sehr zu Statten kam. Vom Granikus drang er nach Cilicien vor,erst bei Issus stellte sich ihm die persische Armee, von Darms persönlich ge-führt, entgegen. Sein Hauptziel war ursprünglich die Eroberung der Ostküstendes mittelländischen Meeres, um den Persern die Herrschaft zur See zu ent-reissen und sie sich zu gewinnen. Nachdem er auf dem Wege hierzu die Armeedes Darius getroffen und geschlagen hatte, zog er weiter nach Syrien, Palästinaund Aegypten. Mit solchen Gegnern, wie Darius und die Perser, gelang denndieser Feldzug mit allen seinen einzelnen Kriegsunternehmungen, wie z. B. derlangwierigen Belagerung von Tyrus, dem.Zuge zu dem Tempel des JupiterAmmon in Aegypten etc., vollkommen.
Ausserordentlich gefährlich für Alexander hätte zu dieser Zeit der Auf-stand der Griechen und Griechenlands, auf eignen oder persischen Antriebgegen ihn gerichtet, werden können. Unzweifelhaft durfte er ihn nicht aus denAugen verlieren, sondern musste seine Massregeln treffen und sich im Uebrigenvollkommen auf Antipater verlassen, der mit seinen Truppen in Macedonienund Griechenland zurückgeblieben war. Aber mit ziemlicher Wahrscheinlich-keit ist anzunehmen, dass von den beiden Uebeln, — dem Aufstande in Grie-chenland , und seiner Rückkehr dorthin nach dem Beginn oder in der Mitte desKrieges gegen die Perser —, er das Erstere für das Geringere halten musste,und die Folge rechtfertigte diese Anschauung.
Allerdings trugen die Eigenschaften seiner Gegner, wie sie sich in allenihren Thaten offenbarten, wesentlich dazu bei, seinen Gleichmuth zu erhalten.Mit der grössten Ruhe ordnete er, nach seiner ziemlich langen Abwesenheitvon Syrien, seinen weiteren Zug nach Hochasien und führte denselben gleich-falls ungestört bis Arbela, wo er ihn beendete, wie er ihn angefangen hatte.In gewissem Sinne möchte man fast bedauern, dass er dabei nicht auf grössereHindernisse stiess, und zwar deshalb, weil er sie doch unfehlbar überwundenund dadurch seinen Ruhm nur noch vermehrt haben würde. So aber hatte das,was und wie es geschah, einen sehr natürlichen und einfachen Verlauf undwürde die Bewunderung für seine grossen Thaten sehr mindern, wenn nichtseine Verfolgung des Feindes nach der Schlacht bei Arbela, seine Expeditiongegen die Uxier und endlich die unerhörte Verfolgung des Darius und danndes Bessus durch ihn seine aussergewöhnlichen Feldherrengaben in das liellsteLicht gesetzt hätten. Sein Verhalten bei diesen Gelegenheiten entspricht durch-aus dem wahren Geiste und Wesen des Krieges und ist mustergültig für alleZeiten. In gleicher Weise des höchsten Lobes würdig sind sein Zug nach