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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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17. Die Körner. 451

endigt war, schwächte sie nicht nur nicht, sondern kräftigte sie mehroder weniger, alle zusammen aber entwickelten ihren kriegerischen Sinn,halfen ihnen zur Erlangung mannigfacher kriegerischer Erfahrungen,zur Vervollkommnung ihres Kriegswesens, machten sie zum kriegerisches-ten Volke der alten Welt und dienten zur dauerhaften Begründung jenerMacht, welche in der Folge ihnen die halbe Welt unterwarf. In dieserBeziehung standen die Kriege der Römer jener Zeitperiode unvergleich-lich höher als die Bürgerkriege der Griechen und verdienen die höchsteBeachtung. An sich und namentlich in Bezug auf Form und Kunst derKriegführung betrachtet, zeigen sie in vielen Punkten eine Aehnlichkeitmit den Kriegen, welche die Griechen innerhalb der Grenzen Griechen-lands führten, sie sind von keiner grossen Bedeutung und bieten, mitgeringen Ausnahmen, kein besonderes Interesse dar. Ihr Verlauf wargewöhnlich der, dass nach Aushebung der Truppen und durch die Fetialeserfolgter Kriegserklärung eine, selten mehr als zwei Armeen in der Stärkevon 6 oder 7000 Mann bis zu 20 oder 22,000 Mann unter Führung desKönigs, oder später der Consuln oder des Dictators, gewöhnlich gleichAnfangs rasch in das Gebiet des Feindes einfiel, oder ihm entgegengingund den Krieg durch eine Schlacht entschied, oder aber die Stadt an-griff und sie mit stürmender Hand nahm , oder durch List oder Verrathsich derselben bemächtigte, oder endlich sie längere oder kürzere Zeithindurch belagerte mit den gesammten Streitkräften oder einem Theilderselben, im letzteren Falle den anderen Theil derselben zur Ver-theidigung, vorzugsweise aber zur Offensive im freien Felde verwen-dend. Anfangs war Ausplünderung des feindlichen Gebietes der Zweckdes Krieges, später aber, wie bei allen Völkern des Alterthums über-haupt , nur ein Mittel, sich am Feinde zu rächen oder ihn zur Schlachtoder zur Unterwerfung und zum Frieden zu zwingen, das indessen nurauf Befehl des Feldherren zur Ausführung kam. Verbot er zu plündern,so wagte Niemand, nicht zu gehorchen, aus Furcht des Ungehorsamsund des Verrathes am Vaterlande angeklagt zu werden. Die Feldzügeund selbst die einzelnen Kriege der Römer beschränkten sich anfänglichauf die nächste Umgebung von Rom, dehnten sich selbst später nichtüber einen Umkreis von 100 Werst (1415 Meilen) und einen Zeitraumvon sechs Monaten aus, und hörten gewöhnlich mit Beginn des Herbstesauf; dann kehrten die Truppen nach Rom zurück und wurden entlassen.Auf diese Weise dauerten die Kriege der Römer nie lange und dehntensich nicht auf weite Entfernungen aus. Die Ursachen hierfür lagen 1) da-rin, dass bis zur Belagerung von Veji" die Truppen der Römer aus Bürgernbestanden, welche nur für die Dauer des Krieges oder Feldzuges unterden Waffen standen, auf ihre eigenen Kosten dienten und dann zu ihrenfriedlichen Beschäftigungen zurückkehrten ; 2) darin, dass die inneren

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