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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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17: Die Römer. 449

Galliern grossen Schaden zufügte, die Römer aber sehr geringen Verlusterleiden Hess. Die Trümmer der Gallier flohen, von den Römern ver-folgt ; ihr Lager aber, mit reicher Beute darin, fiel den Römern in dieHände.

§ 112.

Krieg mit den Tarquiniensern, Hernikem und Galliern (358).

Schlacht des Sulpicius mit den Galliern.

Im Jahr 358 sahen sich die Römer genöthigt, gleichzeitig defensiveKriege gegen die Tarquinienser, Herniker und Gallier zu führen, siewählten deshalb den Cajus Sulpicius Peticus zum Dictator, mit dem Auf-trage , gegen die Gallier, den Consul Fabius, gegen die Tarquini-enser, und Plautius, gegen die Herniker zu kämpfen. Sulpicius, der inErfahrung gebracht hatte, dass die Gallier nicht mit Lebensmitteln ver-sehen wären, wollte durch Zögern den Hunger über sie bringen undihren kriegerischen Eifer erkalten lassen, deshalb untersagte er seinenTruppen aufs Strengste, sich in ein Gefecht mit den Galliern einzulassen.Endlich aber konnte er den dringenden Bitten seiner Krieger nicht längerwiderstehen, welche ungeduldig darauf brannten, sich mit den Galliernzu messen, und traf nun zum Angriff auf diese Letzteren folgende An-ordnungen: er versah 1000 Sklaven, die sich beim Heere befanden , mitWaffen, setzte sie auf Maulesel und Pferde, gab ihnen 100 Reiter mitund stellte sie weit vorwärts von seinem linken Flügel, fast der linkenFlanke der Gallier gegenüber, verdeckt in einen Hinterhalt auf einewaldige Anhöhe und befahl ihnen, auf ein verabredetes Zeichen in Flankeund Rücken des Feindes zu erscheinen. Sein Heer stellte er mit Son-nenaufgang in der Ebene auf, welche links und rechts von Anhöhen be-grenzt war. Die' Gallier griffen zuerst den rechten , dann den linkenFlügel der Römer an und bedrängten sie sehr. Bald aber gingen die Römergegen beide Flügel der Gallier vor, durch Sulpicius angefeuert, mit demFussvolk in Front, mit der Reiterei gegen die Flanken und schlugen sienun ihrerseits zurück. In diesem Momente erschien hinter dem rechtenFlügel das im Hinterhalt gelegene Truppencorps. Die Gallier, besorgt,dass sie von ihrem Lager abgeschnitten würden, stürzten eilig nach dem-selben hin, fanden es aber zu ihrem Entsetzen schon von einem Theileder römischen Reiterei besetzt, welche Sulpicius bei Beginn des Gefechtsrechts hinter den Höhen herum zur Umgehung entsandt hatte. Nunwarfen sich die Gallier nach dem rechts von ihnen liegenden bewaldetenBerge, stiessen aber dort auf ein Truppencorps, welches aus dem Hinter-halt hervorkam, und wurden grösstenteils niedergemacht, ihr Lageraber mit reicher Beute darin fiel in die Hände der Sieger.

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,1. 29