448 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
Römer aber hatten keine Lebensmittel mehr. Die Noth ihrer Lage zwangsie endlich zu Friedensunterhandlungen mit den Galliern. Schon hattensie sich bereit erklärt, um 1000 Talente Goldes den Frieden zu erkaufen,als plötzlich Camillus mit seinem Heere in Rom erschien (388), erklärte,dass man sich nicht durch Gold, sondern mit dem Schwerte vom Feindebefreien und Rom erretten werde, und dass er als Dictator den mit denGalliern ohne sein Vorwissen abgeschlossenen Vertrag aufhöbe. Es ent-brannte in Folge dessen ein heisser, blutiger Kampf in Rom selbst, dermit einem vollkommenen Siege der Römer endete. Die Gallier wurdengeschlagen, verjagt und grösstentheils niedergemacht, ihre Ueberresteaber gänzlich vom römischen Boden vertrieben.
§■ HLZweiter Einfall der Gallier (366). Schlacht am Flusse Anio.
Der erneute Einfall der Gallier in Rom 366 v. Chr. veranlasste dieRömer, den Camillus, jetzt ein 80jähriger Greis, zum fünften Mal zumDictator zu wählen. Nachdem dieser das römische Heer mit neuer Be-waffnung versehen hatte *), zog er den Galliern entgegen und stiess amFlusse Anio auf sie, wo sie, des Sieges ganz gewiss, ein unbefestigtesLager bezogen hatten. Camillus stellte einen kleinen Theil seines Heeresauf einen Höhenrücken, der in einiger Entfernung von dem gallischenLager sich befand, seine Hauptmacht postirte er an dem Abhänge dieserAnhöhe verdeckt gegen den Einblick der Gallier. In dieser Stellung ver-blieb er unthätig, gleich als ob er sich fürchtete, und zeigte nur einenTheil seiner Truppen, bis er endlich erfuhr, dass ein grosser Theil derGallier aus dem Lager auf Raub ausgezogen sei, und dass die darin Zu-rückgebliebenen sich in Wein berauscht hätten und ganz kampfunfähigseien. In der folgenden Nacht entsandte nun Camillus sein leichtesFussvolk in die linke Flanke der Gallier, um sie von dort aus mit Bogenzu beschiessen, brachte sie dadurch in Unordnung und verhinderte siedaran, den Römern in Ordnung entgegen zu treten. Er selber, Camillus,zog bei Sonnenaufgang mit allen übrigen zahlreichen, schwerbewaffne-ten und vom besten Geiste beseelten Kriegern vorwärts und stellte sichden Galliern gegenüber: Front in Schlachtordnung auf. Die Gallierwaren wirklich durch das leichte römische Fussvolk in Verwirrung ge-rathen und zogen dem Camillus in grösster Unordnung entgegen. Ca-millus attakirte sie gleichzeitig in Front und in beiden Flanken, umfasstesie vollständig, warf und zersprengte sie, wobei die neue von ihm beiden Römern eingeführte Bewaffnung sich sehr nützlich erwies und den
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