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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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17. Die Römer. 445

Linien der Römer an, und wieder machten die Vejenter einen gleichzei-tigen Ausfall; aber die Einen wie die Anderen wurden mit grossem Ver-luste zurückgewiesen. Im Jahre 397 verwüsteten die Römer das Gebietder Capenaten und Falisker und schlugen im Jahre 396 die Tarquini-enser, welche plündernd über die römischen Grenzen eingedrungenwaren, mit Verlust zurück. Dagegen fielen im Jahre 395 zwei von densechs Kriegstribunen, Titinius und Genucius, die gegen die Capenatenund Falisker geschickt waren, durch Ube'rgrossen Ungestüm und ihreeigene Sorglosigkeit verleitet, in einen Hinterhalt und wurden fast auf-gerieben. Die durch das Gerücht noch vergrösserte Kunde hiervon ver-breitete in dem römischen Heere vor Veji solchen panischen Schrecken,dass sie fast Alle die Flucht ergriffen, und in Rom erwartete man schonin bangem Entsetzen den Angriff der Capenaten und Falisker. Unterdiesen schwierigen und gefahrvollen Umständen wurde Furius Camilluszum Dictator erwählt, ein Mann, der, nach des Titus Livius Worten,vom Geschicke zur Zerstörung dieser Stadt (Vejij und zudes Vaterlandes Rettung auserkoren schien. Camillus warschon vorher Kriegstribun gewesen und hatte sich durch seltene Tapfer-keit und bedeutende kriegerische Begabung hervorgethan. Vom Momenteseiner Ernennung an ermannten sich auch die Römer, und die Dingenahmen eine andere Wendung. Nachdem er die Krieger, welche feigaus dem Lager vor Veji geflohen waren, streng bestraft hatte, hob erein neues Heer aus, verstärkte es durch die verbündeten Truppen derLatiner und Herniker, zog gegen die Capenaten und Falisker aus undschlug sie nicht nur, sondern bemächtigte sich auch ihres Lagers undungeheuerer Beute in demselben. Dann führte er sein Heer vor Veji,schloss die Stadt enger ein, brachte in das römische Heer, wie in dessenUnternehmungen strenge Ordnung, untersagte die kleinen und nutzlosenScharmützel, welche bis dahin täglich auf dem Räume zwischen derStadt und den römischen Verschanzungslinien vorgefallen waren, Hessvon seinen Truppen nothwendige und nützliche Arbeiten ausfuhren underrichtete eine Menge neuer Schanzen. Da er sich indessen überzeugte,mit wie viel Mühe und Gefahren die Erstürmung der Stadt verbundens«in würde, und das Leben der römischen Krieger schonen wollte, so be-gann er einen unterirdischen Gang in die Mitte des Junotempels (derBurg) zu bauen. Zur Erleichterung und Abkürzung der Arbeit theilte erdie Arbeiter in sechs Ablösungen, deren jede, Tag und Nacht fortfahrend,sechs Stunden hinter einander zu arbeiten hatte. Als der unterirdischeGang bis unter den Junotempel geführt war, brach das römische Heervon allen Seiten stürmend gegen die Stadtmauern vor, und während nundie Vejentermit Abwehr des Sturmes zu thun hatten, öffnete eine Ab-theilung auserlesener Krieger den unterirdischen Gang, bemächtigte sich