444 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
eines Theils des Heeres gegen die Volsker gezwungen waren, welchererst zurückkehrte, nachdem er in zwei Schlachten die Volsker besiegtund die eine ihrer Städte, Ardea, eingenommen und zerstört hatte. DieVejenter verstärkten die Befestigungen ihrer Stadt und des Junotempels undleisteten den Römern den heftigsten Widerstand. Da die Kriegstribunennicht hoffen konnten, Veji mit offener Gewalt zu nehmen, so beschlossensie, die Stadt durch Hunger zur Uebergabe zu zwingen und schlössen siedeshalb mit Circum- und Contravallationslrnien *) ein, um die Belagerungauch im Winter fortsetzen zu können, wo dann die Truppen in Baracken**)untergebracht wurden. Die Vejenter machten häufig starke Ausfälle,und nicht selten zerstörten sie dabei die Belagerungsarbeiten der Römer.Bei einem dieser nächtlichen Ausfälle brachten sie den Römern grossenVerlust an Mannschaft bei und verbrannten ihre sämmtlichen Belage-rungsmaschinen. Auf die Nachricht hiervon erbot sich aus freien Stückenein Theil der angesehensten römischen Bürger, sich mit Pferden undWaffen auszurüsten, ebenso meldeten die Plebejer sich zum Dienst beimFussvolk, indem sie gelobten, nicht früher aus dem Lager von Veji zu-rückzukehren, als bis diese Stadt genommen sei. Aus Dankbarkeit hier-für setzte der Senat, wie früher schon für das Fussvolk, auch für dieReiterei eine Geldlöhnung fest, und den Plebejern, welche sich freiwilligzum Dienste gemeldet hatten, sollten die Dienstjahre gerechnet werden,als ob sie ausgehoben worden wären. Bei ihrem Eintreffen vor Veji erneutenun das römische Heer nicht nur die zerstörten Arbeiten und Maschinen,sondern es stellte noch neue dazu auf und führte die Belagerung lebhaftweiter (402). Bald indessen erlitten die Römer eine Niederlage in Folgeder Uneinigkeit zwischen den beiden vor Veji commandirenden Kriegs-tribunen, M. Sergius und L. Virginius. Die Fidenaten und Falisker ver-einigten ihre Streitkräfte und griffen von der Seite des Feldes her den-jenigen Theil der römischen Contravallationslrnien an, in welchem Ser-gius befehligte. Zu gleicher Zeit machten die Belagerten einen heftigenAusfall. Virginius Hess den Sergius ohne Unterstützung, und die Truppendieses Letzteren wurden geschlagen, flohen in den andern Theil desverschanzten Lagers, und ein grosser Theil, Sergius darunter, sogarnach Rom (401). In den hierauf folgenden zwei Jahren (400—399) gingdie Belagerung von Veji ohne besondere Ereignisse langsam weiter: dieRömer erlitten keine weiteren Schlappen, erreichten aber auch keine Er-folge. Im Jahre 398 griffen die Capenaten und Falisker die verschanzten
*) Zum ersten Mal hier von den Römern angewandt, während die Griechen sieschon im Jahre 429 vor Platäa zur Anwendung gebracht hatten.
Arnnerk. d. Uebers.**) Hibernacula, — aus Brettern, auch aus Thierhäuten construirt.
Anmerk. d. Uebers.