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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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443
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17. Die Römer. 443

§. 108.Die Kriege der Römer zur Zeit der Volksregierung bis zur Belagerung

von Veji (509405).

Nach Abschaffung der Königswürde und Einführung der Volksregie-rung wurde durch die fortwährenden Streitigkeiten zwischen Patriciernund Plebejern und die dadurch entstehenden inneren Unruhen, welchedie kriegerische Thatkraft der Kömer nach aussen lahm legten, derCharakter ihrer Kriege theilweis ein anderer. Die Verbündeten Romsmachten sich die Uneinigkeit der Römer zu Nutze und fielen immerwieder von ihnen ab, schlössen unter einander und mit den übrigenVölkern Mittelitaliens feste Bündnisse gegen Rom und griffen die Römerauf ihrem eigenen Gebiete, ja sogar Rom selbst an. Die Nähe der Ge-fahr erweckte indessen in den Römern das Gefühl der Vaterlandsliebeund Einigkeit, und von tüchtigen und geschickten Führern angeführt,vermochten sie die Feinde zurückzuschlagen, erlangten sogar mehr wieeinmal glänzende Erfolge über dieselben. Aber dann erneuten sichHader und Unruhen zwischen ihnen, hinderten sie an der Ausnutzungdieser Erfolge und an Erreichung neuer weiter greifender, und auf dieseWeise waren in Ermangelung stehender Heere ihre Kriege in diesenetwas mehr als 100 Jahren vorzugsweise defensiver Natur, wobei sie in-dessen den früheren Charakter von Streifzügen beibehielten und selbstin der Defensive immer kühne Offensiv-Actionen gegen den Feind aufzu-weisen hatten.

§. 109.Krieg mit den Vejentern und Belagerung von Veji (404395).

Im Jahre 405 beschlossen die Römer, den unaufhörlichen Intriguender Vejenter in Mittelitalien gegen Rom, sowie deren Einfällen auf rö-misches Gebiet ein für alle Mal ein Ende zu machen. Zu diesem Zweckewurde beschlossen, Veji zu belagern und einzunehmen, ein schwierigesBeginnen, denn Veji, eine stark bevölkerte Stadt Etruriens, war durchNatur und Kunst äusserst fest, auf mehrere Jahre mit Lebensmitteln ver-sehen und liess von Seiten seiner Einwohner einen hartnäckigen undlangwierigen Widerstand gewärtigen. Aber die Römer Hessen sich da-durch nicht abschrecken, sondern trafen alle Anstalten zur wirksamstenund erfolgreichsten Durchführung der Belagerung und des Krieges. Eswurde ein zahlreiches Heer ausgehoben, zum grössten Theil aus frei-willig Dienenden zusammengesetzt; der Senat beschloss , dem FussvolkLöhnung zu zahlen, und im Jahre 404 belagerte das römische Heer unterAnführung von sechs Kriegstribunen die Stadt Veji. Anfangs ging esmit der Belagerung langsam vorwärts, weil die Römer, zur Detachirung