442 II. Vom Anfang der grieck.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
Vennehrung der Zahl der römischen Bürger durch Gefangene und Ueber-siedelte erlangt wurden.
Der Krieg aber, welcher bald nach der Thronbesteigung des TullusHostilius zwischen den Römern und den Einwohnern von Albalonga,der Hauptstadt der Latiner , ausbrach, war in seinen Folgen schon vongrosser Bedeutung, sowohl in politischer, wie in militärischer Beziehung.Gleich bei Beginn des Krieges schon ward er durch einen Zweikampf zuGunsten der Römer (676) entschieden und hatte die Unterwerfung derAlbaner zur Folge. Aber drei Jahre später (673) reizte Mettius Suffetius,der König oder Anführer der Albaner, die Fidenaten und Vejenter heim-lich gegen die Römer auf, indem er ihnen zugleich versprach, in der.Schlacht sein Heer gegen diese Letzteren zu führen. Die Fidenaten undVejenter griffen zu den Waffen und sammelten ihr Heer bei Fidenä. Aufdie Kunde hiervon ging Tullus Hostilius mit dem römischen und albani-schen Heere über den Fluss Anio und besiegte in der bei Fidenä sichentspinnenden Schlacht die Vejenter und Fidenaten. Mettius SuffetiusHess er für seinen in der Schlacht begangenen Verrath hinrichten, dieStadt Albalonga wurde bald darauf von ihm eingenommen, die Mauernniedergerissen, und die Einwohner verpflanzte er nach Rom (673).
Die Unterwerfung von Albalonga durch die Römer war der ersteSchritt zur Ausbreitung ihrer Macht in Italien. Seit der Zeit begannensie danach zu streben, dass Rom an die Spitze des Bundes der latini-schen Städte trete, und dem entsprechend fingen auch ihre Kriege an,sich von den früheren zu unterscheiden, theils dadurch, dass sie mit be-deutenderen Kräften und zu wichtigeren Zwecken geführt wurden, theilsdurch die Ausdehnung ihrer Kriegsoperationen auf einen weiteren Um-kreis. Aber nach wie vor hatten diese Kriege noch immer den Charaktervon Streifzügen, deren schliesslicher Erfolg meistentheils auf Seite derRömer lag. Das allgemeine Resultat derselben war die Befestigung derrömischen Macht über Latium.
Im Allgemeinen trugen die Kriege der Römer unter den Königenoffensives Gepräge, wurden mit Energie und Entschlossenheit geführtund fast immer von Erfolg gekrönt, — die hauptsächlichsten Ursachenhierzu waren: die Einheit der königlichen Gewalt, wenn auch durchSenat und Volk eingeschränkt, die hohe persönliche Begabung der rö-mischen Könige, die Einmüthigkeit der Römer, die ursprüngliche Heftig-keit in der Entwickelung ihrer Leidenschaften, und die Thatkraft derRömer, bei gleichzeitiger Vortrefflichkeit schon ihrer ersten kriegerischenOrganisation.