Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
441
Einzelbild herunterladen
 

17. Die Römer. 441

und der Formation, Bildung und Verwaltung seiner bewaffneten Machtangemessen war, und 2) in taktischer Beziehung durch eine ausge-zeichnete Bewaffnung und Ausbildung der Krieger, durch die feste Ver-bindung aller Truppengattungen zu einem untrennbaren selbständigenGanzen, durch die Gliederung, Lenksamkeit und Beweglichkeit ihrerFormation und durch ihre ausserordentliche Geeignetheit zur Fortführungund steten Erneuerung des Kampfes, indem die Linien sich gegenseitigunterstützen und ablösen konnten.

ILKriege der Römer.

§. 107.Kriege unter den Königen (754509).

Während dieser ganzen Periode seit Gründung Borns führten dieKömer fast ununterbrochen Kriege mit den benachbarten Völkern vonMittelitalien: den Sabinern, Aequern, Volskern, Hernikern, Latinern,Aurunkern und Etruskern, seit 389 auch mit den Galliern, welche sichin Oberitalien niedergelassen hatten.

Anfänglich waren diese Kriege Nichts als Streifzüge, welche dieRömer in das Gebiet und gegen die Städtchen ihrer nächsten Nachbarnunternahmen, um zu plündern, oder welche von diesen Letzteren gegenRom und dessen Gebiet ausgeführt wurden, um sich für diese Plünderungenund Räubereien zu rächen. Dabei kehrten die Römer, welche Getreide,Vieh und Gefangene (durch die sie sich dann verstärkten) ihren Nach-barn fortführten, mit Beute beladen nach Rom zurück, oder griffen an-dere benachbarte Städte an, die sie nicht durch Belagerung oder Ein-schliessung, sondern durch List oder Verrath, oder im Sturm in ihre Ge-walt zu bringen suchten. Wenn sie das erreichten, so zerstörten sie ent-weder die Städte, oder legten Besatzungen hinein, oder verpflanztenderen Einwohner nach Rom. Im Fall des Misslingens kehrten sie nachErschöpfung ihrer Lebensmittel, das Land ausplündernd und verwüstend,nach Rom zurück. Bei den Einfällen, welche die Nachbarn machten,gingen sie diesen kühn entgegen, griffen sie sofort an, schlugen siemeist mit Erfolg zurück und zwangen sie zum Frieden. Auf diese Weiseverhielten sie sich selbst in der Defensive hauptsächlich angriffsweise,und der Erfolg war fast jedesmal auf ihrer Seite. Trotz alledem warenbis zu Tullus Hostilius, dem dritten römischen Könige (679640), ihreKriege ohne wichtige und weitere Resultate, einige Vortheile ausge-nommen, welche durch Plünderung, Wegnahme einiger Nachbarstädt-chen und Gründung einzelner Colonien in der Nähe, sowie durch die