436 II. Vom Anfang der grieoh.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
nicht immer von derselben Zahl, wechselten sie zwischen 1000—1600Mann; in der gewöhnlichen Aufstellung waren aus ihnen die beiden hin-teren Linien formirt, im Gefecht kämpften sie in zerstreuter Ordnung undhatten keinen bestimmten Platz. Jede Linie des schweren Fussvolks warin fünfzehn Centurien getheilt; jede Centurie der principes und der ha-stati bestand aus zwei Centurionen, sechszig Kriegern, einem Trompeter(Tubicinisten) und einem Feldzeichenträger, im Ganzen aus 64 Mann,und war in zehn Rotten Front und sechs Gliedern Tiefe aufgestellt. Die•Centurien der Triarier hatten nur die Hälfte der Rottenfrontausdehnung,aber eben so viel Tiefe wie jene. Die Intervalle zwischen den Centurienwaren gleich ihrer Frontlänge, die Distance von Linie zu Linie betrugdreissig bis fünfzig Schritt. Die Centurien der principes und hastatistanden in Schachbrettordnung, die Letzteren auf den Zwischenräumender Ersteren.
Zur Legion gehörten noch 300 Reiter und 300 Mann Bogenschützenund Schleuderer. Die Reiterei befand sich bei der gewöhnlichen Aufstel-lung auf den Flanken des schweren Fussvolks, im Gefecht aber je nachUmständen bald auf beiden Flanken, bald nur auf einer, bald hinter derInfanterie. Nicht selten sass sie im Gefecht ab und entschied dadurchbisweilen (wie z. B. in der Schlacht bei Veliträ 486 und bei Sutrium 379)den Sieg. Die Bogenschützen und Schleuderer kämpften, gleich demleichten Fussvolk der Legionen, in zerstreuter Ordnung und hatten keinenbestimmten Platz.
So bestand also die römische Legion in ihrer vollen Zusammen-setzung mit Officieren etc. aus 5100—5400 Mann. Die Formation derquincuncialis übertraf augenscheinlich jene der griechischen Phalanx inallen Beziehungen um ein Bedeutendes und muss mit Recht als einewichtige Vervollkommnung der Taktik der römischen Truppen bezeich-net werden.
Die allgemeine Aufstellung einer römischen Armee war der einerLegion ähnlich, d. h. die. Armee stellte sich meistentheils in zwei Linienmit einer Reserve auf und hatte die Reiterei in den Flanken. Bisweilengeschah es indessen, dass zwischen beiden Linien des Fussvolks eineReserve, aus Infanterie und Cavallerie gebildet, stand, dass die Triarierhinter der Armee im Lager zu dessen Schutz zurückblieben, dass dieReiterei zwischen den Linien des Fussvolks. oder hinter den Flankenoder hinter der Mitte desselben aufgestellt wurde etc.
Seitdem die Aufstellung der römischen Legion in die nach Centurienin quincuncialis verändert worden, konnten die römischen Armeen, be-teten Eeihen der Legionen zu ergänzen, aus ihnen wurden auch die Ordonnanzen etc.commandirt, da der eigentliche Frontsoldat zu keinem Nebendienst verwendet wer-den sollte. Anmerk. d. Uebers.