Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
434
Einzelbild herunterladen
 

434 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

nung und hatte keinen bestimmten Platz in der Schlachtordnung. Aufdiese Weise hatte die Legion 810 Glieder Tiefe, und in der Frontbei einer Stärke der Legion von 3000 Mann 250375, bei 4000 Mann333500 Rotten. Die Reiterei war gewöhnlich in den Flanken derschweren Infanterie aufgestellt.

Aber dieselben Ursachen hatten bei den Griechen und den Römernvollkommen verschiedene Wirkungen und Folgen. Bei gleich bergigerund durchschnittener Beschaffenheit des Landes in Griechenland wie inItalien, hatten die Griechen die Bewaffnung, Aufstellung und Kampfartihrer Truppen in der Formation der Phalanx immer beibehalten, die Rö-mer dagegen haben sie bald umgeändert. Von der Nothwendigkeit einermehrfachen Theilung in kleine Abtheilungen und einer grossen Anzahlleichten Fussvolks überzeugt, wodurch allein die Möglichkeit gegebenwar, den Kampf öfter nach einander mit frischen Kräften zu erneuern,konnten die Römer sich gar nicht recht an die zwar feste und undurch-dringliche, aber zu dem genannten Zwecke vollkommen untaugliche Auf-stellung in Phalanxform gewöhnen und fingen an, sie nach und nach zuvervollkommnen, indem sie ihr eine grössere Gliederung und Zerlegbar-keit, Gewandtheit und Beweglichkeit und die Mittel gaben, den Feindschon von fern zu schädigen und den Kampf mehrfach zu erneuern. Zudiesem Zwecke wurde die vierte Klasse der Krieger zum leichten Fuss-volk geschlagen, die ersten drei Klassen aber wurden in drei Linien auf-gestellt, so dass die Krieger der ersten Klasse als die zuverlässigstenin die dritte und hinterste Linie kamen, die der zweiten Klasse in diezweite, die der dritten in die erste Linie, und dass in jeder Linie die Cen-turien in bestimmten Zwischenräumen aufgestellt wurden, um die eineLinie besser durch die andere hindurchziehen zu können. Dies war dieerste verbesserte Formation der Legion in Centurien, welche bereitsin der ersten Zeit nach Einsetzung der Volksregierung angewendet wor-den zu sein scheint (509 v. Chr.]. Später ward diese Aufstellung nochvervollkommnet, indem man die Centurien in den drei Linien des schwe- 'ren Fussvolks in Zwischenräumen aufstellte, welche gleich der Längeihrer Frontausdehnung waren, ausserdem aber sie en echiquier stellte,damit die Centurien der hinteren Linien bequem durch die Zwischen-räume der ganzen vorderen Front durchgehen konnten, ohne doublirenzu müssen. Diese Aufstellung hiess deshalb auch quincuncialis oderdie schachbrettförmige Aufstellung. Man nimmt an, dass siezuerst durch den berühmten Dictator Furius Camillus zur Zeit der Be-lagerung von Veji (395 v. Chr.) eingeführt wurde, in ihren Grundzügenerhielt sie sich bis zu den punischen Kriegen unverändert.

Mit der Veränderung in der Aufstellung der Legion wurde zugleichauch die Bewaffnung der Truppen eine andere, namentlich die des schwe-