432 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
höheren Befehlshaber, die Feldherren, im grossen (feierlichen) Triumphe(triumphus) und im kleinen Triumphe (ovatio). *)
Zum Schluss ist noch einiger Kriegsgebräuche Erwähnung zu thun,welche bei den Römern bereits seit den ältesten Zeiten in Anwendungwaren. So erklärten sie z. B. den Krieg durch Fetiales (Bundes-priester , .Kriegsherolde) , welche von Numa Pompilius speciell dazu inder Zahl von zwei eingesetzt waren, in der Folge aber auf fünf, zehnund noch mehr vermehrt wurden. Die Fetialen wurden zu denjenigenVölkern gesandt, von welchen die Römer sich beleidigt wähnten; sieforderten Genugthuung von ihnen, und im Fall dies verweigert ward,warfen sie auf das feindliche Land eine in Blut getauchte Lanze, welchesdie feierliche Kriegserklärung bedeutete. Vor Beginn eines jeden Kriegesund einer jeden Schlacht nahmen die Römer, ähnlich wie die Griechen,religiöse Ceremonien vor: Gebete, Opferungen, Beobachtung des Flugesder Vögel (Vogelschau) und der Eingeweide der Thiere etc. Wenn dasHeer von dem Entschlüsse des Feldherrn, eine Schlacht zu liefern, Mit-theilung erhalten hatte, stärkte es sich durch Nahrung, griff zu denWaffen, stellte sich in Schlachtordnung auf und griff dann den Feindunter Ausstossen des Schlachtgeschreis (baritusj bei den Tönen krie-gerischer Musik an. Nach der Schlacht wurde im Fall des Sieges die ge-summte Beute zusammengebracht und bestimmungsmässig mit der gröss-ten Ordnung und Gerechtigkeit vertheilt.
§. 105.Verschiedene Truppengattungen, Bewaffnung, Aufstellung undKampfart derselben.Das Fussvolk war die zahlreichste, beste und Haupt-Truppengattungd,er Römer. Nach ihrer Bewaffnung und Kampfform war sie theilsschweres, theils leichtes Fussvolk. Im Allgemeinen bildeten bis zur Be-lagerung von Veji die Bürger der besseren wohlhabenderen Klassen,Avelche besser und vollständiger bewaffnet waren, die schwere, die derärmeren Klassen, die schlechter und leichter bewaffnet waren, die leichteInfanterie. Es ist anzunehmen, dass es in der ersten Zeit mehr leichtesals schweres Fussvolk gab. Als Servius Tullius das. Volk in Klassentheilte, wurden auch die Truppen in fünf Klassen getheilt, welche sich
*) Beim Triumphus wurde der Feldherr, sitzend auf einem mit weissen Pferdenbespannten Wagen, in eine Toga picta und Tunica palmata gekleidet, einen Lorbeer-kranz auf dem Haupte, einen elfenbeinernen Stab oder Seepter in der Hand, vor demWagen die gemachten Gefangenen und die gewonnene Beute, von seinen Soldatengefolgt, in Procession vom Senate eingeholt und auf das Capitol geleitet. — Bei derOvatio hielt er zu Fuss oder zu Pferde, einen Myrtenkranz auf dem Haupte, seinensiegreichen Einzug. — Anmerk. d. Uebers. /