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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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404 IL Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

den Persern, andererseits den Macedoniern und deren Gebräuchen sichanzuschliessen und zu fügen.

Aber seine ungewöhnliche Thätigkeit, seine Unermüdlichkeit beiStrapazen, Ausdauer in Entbehrungen und Mühsal, seine Unerschrocken-heit und Geistesgegenwart bei Gefahren, und seine feurige, kühneund ungestüme Tapferkeit in der Schlacht waren während der ganzenDauer seines Lebens immer und unveränderlich dieselben. In allenMühen und Gefahren war er stets voran, begeisterte sein Heer durchsein persönliches Beispiel und riss es unwiderstehlich mit sich fort. Inder Schlacht zeigte er sich als wahrer Held vor allen Sterblichen, schreck-lich gross, furchtbar gewaltig er suchte die Gefahren, stürzte sich stetsin die heisseste Schlacht und verbreitete, Alles um sich her mit starkerHand niederwerfend, Schrecken und Verwirrung, Tod und Verderben inden Reihen der Feinde.

Zu diesem Allen ist noch hinzuzufügen, dass er edelmüthig, freund-lich, gütig im Verkehr mit seinen Soldaten war, dass er in seltener Weiseihnen seine Sorgfalt widmete, dass er von ausserordentlicher Freigebig-keit und stets zu Belohnungen bereit war, endlich seine majestätischeErscheinung und seine hinreissende Beredsamkeit, und man wirdleicht begreifen, welchen ungeheueren moralischen Einfluss er auf seinHeer hatte, und wie seine Soldaten mit unbegrenzter Liebe und Ergeben-heit an ihm hingen, welch unbedingtes Vertrauen er ihnen einzuflössenwusste, und dass er die seltene Kunst verstand, sie zu den beschwer-lichsten und gefahrvollsten Thaten anzufeuern, ihren Muth zu heben, siezu begeistern, in ihnen Tapferkeit, Standhaftigkeit, Geduld und. die edlenund erhabenen Gefühle der Ehr- und Ruhmliebe zu erzeugen und zu er-halten. Dabei hielt er aber straffe militärische Disciplin und Subordina-tion unter ihnen aufrecht, und wenn, trotz aller ihrer Liebe zu ihm, es den-noch einmal seinem Heer begegnete, dass es den Muth verlor, murrte oderihm den Gehorsam verweigerte, so gelang es ihm stets, durch Geistesge-genwart , durch die Macht seiner Beredsamkeit, durch Milde gepaart mitFestigkeit, und im Fall der Noth durch sofortige Anwendung geeigneterMassregeln der Strenge und Strafe, es rasch wieder zum Gefühl derPflicht und zum Gehorsam zurückzubringen. Einmal nur in seinem Le-ben am Hyphasis erwies sich seine ganze Macht, sein ganzermoralischer Einfluss als ohnmächtig, und er sah sich gezwungen, demWillen des Heeres sich zu beugen.

Er war weder grausam noch rachsüchtig, sondern zeigte in allenseinen Thaten und seinem ganzen Verhalten wahre Menschenliebe undEdelmuth. Wenn er gegen das Ende seines Lebens bisweilen besondereStrenge blicken Hess, so war er durch die Umstände unumgänglich dazugezwungen; wenn er Anwandlungen von Zorn hatte, so ist das seiner