15. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 41(3
trägen und Zusagen unerschütterlich fest; gegen Betrüger und ihreSchliche möglichst gesichert; mit dem Gelde für eigene Genüsse ebensosparsam, als freigebig in Wohlthätigkeit gegen Andere. -— Darum wares gewiss nicht ohne höhere Führung, dass dieser Mann, keinem anderenMenschen vergleichbar, geboren wurde. «
Und in der That steht Alexander als Mensch auf einer den Sterb-liehen kaum erreichbaren Höhe, — und als Feldherr vereinigt er in sichalle Gaben , alle Tugenden, alle militärischen Vollkommenheiten in Be-zug auf Körper, Geist und Intelligenz.
Von seiner frühesten Jugend an zur höchsten Einfachheit der Le-bensweise erzogen, ward durch strenge Massigkeit und Enthaltsamkeit,wie durch rastlose Thätigkeit, in ihm die ungemeine Körperkraft undAusdauer entwickelt, mit welcher ihn schon die Natur begabt hatte, undzugleich sein Körper so abgehärtet, dass er Frost und Hitze, Hunger undDurst, die grössten Strapazen und Entbehrungen, schwere Krankheitenund Verwundungen zu ertragen vermochte und in fast unglaublicherWeise auch wirklich ertrug.
Und in diesem so zusagen eisernen Körper wohnte ein Geist,so mächtig und fest, so thätig und unermüdlich, so feurig und reich, ver-zehrt von brennendem Durste nach allem Grossen, Guten, Nützlichen,bewegt und erfüllt von den erhabensten und edelsten Gefühlen!
Mit einem festen, unerschütterlichen Willen und raschem, kühnemEntschlüsse verband sich in ihm ein genialer, klarer, scharfer Verstand,feurig wie sein Geist, rasch wie sein Wille, umfassend wie seine Ent-würfe. Aber das Bewusstsein seiner eigenen Kraft, der Glaube an seinePrädestination, der dadurch noch grösser wurde, dass er seine Kriegs-thaten in einem Alter vollbrachte, wo die Leidenschaften am heftigstensind (vom 20. bis zum 32. Jahre), — das alles war der Grund, dass seinWille oft über seinen Verstand die Oberhand gewann und, von diesemnicht im Zaum gehalten, ihn bisweilen zu unbesonnener und verwegenerKühnheit fortriss. Das Glück aber, das dem kühnen und geschicktenFeldherrn stets mehr oder weniger hold ist und den nicht im Stich lässt,der auf es vertraut, rettete auch Alexander in solchen Fällen immerrechtzeitig.
Bis zu der Zeit, als er sich zum persischen König machte, verbliebAlexander der einfachen Lebensweise, der Massigkeit und Enthaltsam-keit getreu, zu welcher er sich von Kindheit an gewöhnt hatte. Wenngegen das Ende seines Lebens hin er sich mit dem Luxus und der Ueppig-keit des Orients umgab und mitunter gegen die Gesetze der Massigkeitund Beschränkung im Genüsse verstiess, so geschah das nicht aus ange-borener Neigung, sondern mehr in Folge der Nothwendigkeit, einerseits
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