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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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15. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 399

von zwei Armen des Indus gebildeten Insel unweit der Mündung diesesFlusses lag (die heutige Stadt Tatta), entsandte Kraterus mit den Trup-pen des Attalus, Meleager und Antigenes, einigen Bogenschützen, denVerwundeten, Kranken und Kampfunfähigen nebst allen Elephantendurch das Land der Arachoten und Dranger nach Karamanien. baute beiPattala eine Festung und Hafen für Kriegsschiffe, aber südlich von Pattalaan der Mündung des Indus eine Stadt, die er Xylina (die hölzerne'Stadt, weil sie von Holz aufgeführt war) nannte. Von hier schickteAlexander den Nearch mit der Flotte zur See längs der Küste zu derMündung des Euphrat und Tigris, er selbst ging mit der Hauptmacht desHeeres zu Lande der Küste folgend nach Westen durch Gedrosien (heutzu Tage der südlichste Theil von Balutschistan und die südlichste Provinzdesselben, Makran). Dieses Land bildete eine ununterbrochene sandigeWüste, im Süden vom erythräischen Meer*) begrenzt, im Norden gleich-wie durch eine Mauer von unersteigbaren Felsen abgeschlossen. Vontiefem Triebsande bedeckt, wasserlos, denn die Flüsse und Bächefüllten sich nur in der Eegenzeit mit Wasser, war es nur im Norden, inder Nähe der Berge von den Gedrosiern und längs der Seeküste roxielenden Fischern bewohnt, welche von den Griechen Ichthyophagen(Fischesser) genannt wurden. Es war Alexander nicht unbekannt, welcheBeschwerden und Entbehrungen bei dem Zuge durch Gedrosien ihm be-vorständen. Er wusste, dass niemals ein Heer aus der Wüste zurück-gekehrt, dass, nach alter Ueberlieferung, Semiramis von dort nur mitzwanzig, Oyrus nur mit acht Begleitern entronnen war. Das Alles aberentflammte ihn nur um so mehr: er wollte vollbringen, was wederSemiramis noch Cyrus ermöglicht hatten.

Zu dem Zuge durch Gedrosien trieb ihn übrigens auch die Not-wendigkeit , seine Flotte längs der Meeresküste zu begleiten und tlmn-lichst mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. da diese den Auf-trag hatte, zum ersten Male durch das erythräische Meer zu fahren undden persischen Meerbusen, sowie die Mündungen des Euphrat und Tigriszu durchforschen. Aber theuer kam ihm dieser Zug durch Gedrosien zustehen. Ein grosser Theil seiner Truppen und fast das ganze Lastviehging zu Grunde durch Hitze, Durst und Erschöpfung inmitten der sandi-gen Wüste unter der sengenden Gluth der Sonne. Die Soldaten tödtetenheimlich die Pferde und Maulesel, um ihr Fleisch zu verzehren, und als

*) Das erythräische'Meer ist der persische Meerbusen, östlich von Arabien (auchwohl das grüne Meer genannt), während das rothe Meer, zwischen Arabien undAfrika (der arabische Meerbusen) das idumäische hiess. Doch kommt die Bezeich-nung erythräisches Meer bei den alten Schriftstellern, welche noch keine festen geo-graphischen Begriffe hatten, für die ganze Arabien umgebende See (rothes und ara-bisches Meer und persischer Meerbusen) vor. Anmerk. d. Uebers.