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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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398 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

nöthigt, mit den am Ufer wohnenden indischen Stämmen zu kämpfen,von denen die mächtigsten und kriegerischesten die Mallier (im heutigenMultan), die Oxydraker (Ptolemäus nennt diese und die Anderen Kaspi-reaner) und die Musikaner waren. Diese Stämme leisteten heftigenWiderstand, wurden aber wiederholt"geschlagen und einer nach demandern unterworfen, ihre Städte zum Theil zerstört, zum Theil mit Gar-nisonen belegt, oder mit Macedoniern und Griechen neu bevölkert, ihrenLändergebieten aber, in denen viele neue Städte und Festungen erbautund Häfen angelegt wurden, gab Alexander geregelte Verwaltungen undernannte neue Herrscher über sie. Bei allen Unternehmungen gegendiese Völker war Alexander wie immer überall der Erste; er scheutesich in keiner Weise, ja liess sich bei einer Gelegenheit, bei der Erstür-mung der Hauptstadt der Mallier von seiner ungestümen Tapferkeit sogarso weit fortreissen, dass er beinahe umgekommen wäre, indem er nichtwie der Feldherr, sondern wie ein gemeiner Soldat in den Kampf stürzte.Als nämlich die Macedonier in diese Stadt eingedrungen waren, schlössensich die Mallier in die innere Burg ein, welche durch eine dicke Mauergeschützt war, die, da sie am Abhang des Berges lag, auf der äusserenSeite sehr hoch, nach dem Innern der Stadt hin aber ziemlich niedrigwar. Aufgebracht über den hartnäckigen Widerstand der Mallier, liessAlexander die Mauer untergraben und die Sturmleitern an sie anlegen.Die Langsamkeit, mit welcher diese Arbeiten geschahen, versetzte ihnin die lebhafteste Ungeduld; er ergriff eine Leiter und stürmte auf ihrzur Mauer empor. Hinter ihm her drängten die Hypaspisten. Aber dieLeitern zerbrachen unter ihnen, und Alexander befand sich auf der Höheder Mauer gegen eine grosse Anzahl von Malliern allein mit drei seinerHeerführer: Peucestas, Leonnatus und Abreas. Mit ihnen in das Innereder Burg hinabspringend, wehrte er sich, an die Mauer gelehnt, mit deräussersten Tapferkeit, ward aber endlich in Folge einer ausserordentlichtiefen und gefährlichen Wunde durch einen Pfeilschuss in den oberenTheil der Brust ohnmächtig. Von den drei bei ihm befindlichen Heer-führern wurde Abreas getödtet, Peucestas und Leonnatus aber, selbstschwer verwundet, konnten nur mit Mühe Alexander decken, der be-wusstlos zu ihren Füssen lag. Zum Glück gelang es in diesem Augen-blick den Macedoniern die Mauer zu erklimmen und in die Thore derBurg einzudringen; sie trugen Alexander heraus, bemächtigten sich da-rauf der Festung und metzelten alle Mallier nieder. Zur allgemeinen,aufrichtigen und lebhaften Freude des ganzen Heeres genas Alexanderendlich, nachdem er mehrere Tage dem Tode nahe gewesen war, undsetzte dann die Fahrt auf dem Indus zum Ocean fort. Während dieserFahrt bemächtigte er sich der Hauptstadt der Musikaner, die stark be-festigt war, ging aber nicht nach Pattala, einer Stadt, welche auf einer