396 n. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
zurückweichen. Während dessen war auch der treue BundesgenosseAlexander's, König Porus, mit 5000 Mann indischer Hülfstruppen und.einer grossen Zahl von Elephanten eingetroffen, und kurz nachher konn-ten die Sturmgeräthe und Mauerbrecher an die Mauern gebracht werden.Noch bevor sie aber zu spielen begonnen hatten, war es den Macedonierngelungen die Mauern zu untergraben, Breschen zu legen , Sturmleiternanzusetzen und die Festang mit Sturm zu nehmen. Hierbei kamen nachArrian 17,000 Indier ums Leben, 70,000 Mann, 500 Keiter und 300Streitwagen geriethen in Gefangenschaft, — die Macedonier hatten wäh-rend der ganzen Dauer der Belagerung und beim Sturm nur 100 Manntodt und etwa 1200 Mann verwundet gehabt. Sangala wurde dem Bodengleichgemacht, das Gebiet an die unabhängigen Stämme vertheilt. welchesich freiwillig Alexander unterworfen hatten, und zwei mit Sangala ver-bündete Städte, die von ihren Einwohnern verlassen waren, von denMacedoniern besetzt *).
Nun übertrug Alexander dem Porus mit seinen Truppen die Besitz-nahme und Sicherung der unterjochten Gegenden und zog zum FlussHyphasis (dem heutigen Sutledj oder Satladj), nach Osten zu der letzteder fünf linken Nebenflüsse des Indus !"'). Am Hyphasis *'"") angelangt,hatte er schon den Entschluss gefasst überzugehen, um, wie Arrian sagt,das jenseits des Flusses bis zum Ganges sich erstreckende, reiche undin Frieden und Ueberfluss blühende Land zu erobern, das von Ackerbautreibenden, an Beschwerden gewöhnten, kriegerischen Stämmen bewohntwar, — um so sein Reich, seine Eroberungen bis zu einer Grenze aus-zudehnen, wo er keinen Widerstand mehr finden würde. Aber die mace-donischen und griechischen Truppen, die dieser Züge und ihrer Mühenkein Ende sahen, begannen zu murren und weigerten sich grösstentheilsganz entschieden weiter zu gehen. Vergebens bot Alexander seinenganzen Einfluss und seine ganze Beredsamkeit auf, um sie zu bewegen,ihm zu folgen und die Eroberung von Asien zu vollenden. Conus stellteim Auftrage aller Macedonier und Griechen ihm vor, wie Wenige ihrer
*) Nach Arrian lag Sangala an keinem Fluss, und wäre ferner Hyphasis undHypanis ein und derselbe Fluss, eben der Bedja öder Vjasa. — Anm. d. Uebers.
**) Von den fünf linken Nebenflüssen des Indus ist der Tjinab (der alte Acesi-nes) der hauptsächlichste und behält seinen Namen bis zum Eintritt in den Indus. Inden Tjinab fliessen: von rechts der Djelam oder Behat (alt: Hydaspes); von linksder Rawi oder Iroti (alt: Hydraotes), noch weiter abwärts der Ghara oder Sutledj(der alte Hyphasis), gebildet durch den Zusammenfluss des Bedja oder Vjasa alt:Hypanis) mit dem Sutledj. Alexander überschritt jeden einzelnen dieser Neben-flüsse besonders in deren oberem Laufe in der Richtung vom heutigen Atak überLahore nach Delhi.
-***) Nach Rennell zwischen dem heutigen Amritsar oder Adjodin und Dipal-pur, — nach dAnville und Gibbon aber auf der geraden Linie von Lahore nach Delhi.