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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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394 II. Vom Anfang der grieeh.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

dieselben, welche bei den Persern und den übrigen Völkern des Orientsgleich ungeordneten H o r d e n-gekämpft hatten, schlugen sich in derSchlacht am Hydaspes, von macedonischen und griechischen Befehls-habern commandirt, unter der persönlichen Anführung des grossen mace-donischen Königsfeldherrn, zugleich eine jede in der ihr eigenthümlichenBewaffnung, Formation und besonderen Kampfart in ganz ausgezeich-neter Weise und grösster Ordnung, indem sie gegenseitig sich unter-stützten , und hatten erheblich beigetragen zur Erkämpfung des Siegesdurch Alexander.

Der Verlust Alexander's in der Schlacht am Hydaspes belief sich,nach Arrian's Berechnung, die sich auf die Angaben des Ptolemäus undAristobul stützt, nur auf 310 Mann [80 Krieger zuFuss, 10 beritteneBogenschützen, 20 Hetären und 200 Reiter) und deshalb erscheint erganz unverhältnissmässig gering in Anbetracht der hartnäckigen Gegen-wehr und der Wucht des Angriffs, also anzuzweifeln. Aber selbstwenn er erheblicher gewesen sein mag, als Aman angiebt, so vielsteht jedenfalls fest, dass in Folge des Verlaufs und der Resultate, welchedie Schlachten des Alterthums meistens hatten, er immerhin um ein Be-deutendes geringer sein konnte, als der des indischen Heeres.

Zur Erinnerung an diesen Sieg am Hydaspes beschloss Alexanderzwei Städte zu gründen: Bucephalia (nach dem Namen seines in derSchlacht gebliebenen Rosses Bucephalus) an der Stelle seines Ueber-ganges über den Fluss, und Nicäa auf dem Schlachtfelde selbst.Kraterus wurde mit einem Theil des Heeres zur Erbauung dieser Städtezurückgelassen, Alexander aber zog weiter zum Acesines (heute der FlussTjinab), der sich in den Hydaspes ergiesst. Auf dem Wege dorthin un-terwarf er die an des Porus Königreich angrenzenden Stämme der Indierund fügte ihre Gebiete und 37 Städte derselben dem Reiche Porus' hinzu.Um ausserdem die Unterwerfung einiger andrer indischen Reiche undunabhängigen Stämme zu vollbringen, setzte er auf Flössen und Schiffenüber den Acesines (wie Aman meint, an dessen breitester Stelle, wo dieStrömung weniger reissend war) und verfolgte dann, unter Zurücklassungdes Conus mit einem Theile des Heeres am Uebergangspunkte, rasch einenindischen Fürsten, der gleichfalls Porus hiess und vor der Schlacht amHydaspes sich zur Unterwerfung bereit erklärt hatte, nachher aber ausseinem Reiche entflohen war. Auf dem Wege zum Hydraotes (heute Rawioder Iroti), der gleichfalls in den Hydaspes mündet, liess Alexander aufallen wichtigen Punkten zum Schutze für Conus und Kraterus Besatzun-gen zurück. Am Hydraotes angelangt, detachirte er Hephästion miteinem Heerestheile behufs Unterjochung aller an den Ufern dieses Flusseslebenden unabhängigen Stämme und mit dem Auftrage, demnächst indas Reich des flüchtigen Porus einzuziehen. Er selbst überschritt den