392 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
bereits auf der linken Flanke in Unordnung gebracht habe. Als er aufBogenschussweite an Porus' linken Flügel heran war. Hess Alexander inder Front 1000 berittene Bogenschützen gegen denselben vorgehen, welcheihn heftig mit Pfeilen beschiessen, verwirren, schwächen und ermüdensollten. Er selbst mit den Hetären und der übrigen Reiterei umfasstediesen Flügel und ging in seiner Flanke gegen ihn vor. Die indischeReiterei dieses Flügels drängte ihre Rotten dicht zusammen, um den ChocAlexanders auszuhalten, da erblickte sie plötzlich in ihrem RückenConus, noch verstärkt durch den über den Fluss gegangenen Meleager.Nun wurde der stärkste und tapferste Theil dieser Reiterei Alexanderentgegen geworfen, der andere kleinere Theil wandte sich gegen Conus.Die entstandene Unordnung benutzend, stürzte sich aber Alexander mitgewaltigem Anprall auf die feindliche Reiterei. Sie wurde geworfen undging in den Schutz der Elephanten zurück. Die zunächst stehenden Ele-phanten wurden sogleich herumgewendet und gegen Alexander dirigirt.aber gleichzeitig setzte sich die macedonische Phalanx in Bewegung, ge-deckt durch das lebhafte Schiessen der Bogenschützen. Es entspann sichein Kampf — der furchtbarste von allen, den Macedonier und Griechenjemals zu bestehen gehabt. Die Elephanten rissen Alles um und durch-brachen die dichtesten Glieder der Phalanx, und die hierdurch ermuthigteindische Reiterei warf sich aufs Neue auf die Alexander's, wurde aberwiederum auf die Elephanten zurückgeworfen. Bald begannen die engan einander geschlossenen Massen der Macedonier: die Phalanx von vorn,die Reiterei in der linken Flanke und im Rücken — mehr und mehr dieindischen Elephanten, Reiter und Fussvolk einzuschliessen und ein furcht-bares Blutbad und mörderische Verheerung unter ihnen anzurichten.Hierbei thaten die Elephanten ihren eigenen Truppen noch mehr Schadenals den macedonischen: ihrer Führer beraubt, welche alle durch mace-donische Bogenschützen heruntergesehossen waren, verwundet und wü-thend vor Schmerz, wandten sie sich grimmig nach allen Seiten und zer-stampften Alles mit den Füssen. Die Macedonier aber, welche mehrRaum und deshalb grössere Freiheit der Bewegungen und der Aetionhatten, machten den Elephanten Platz und Messen sie durch, sie zugleichmit Geschossen überschüttend und tödtend. Endlich führte die macedo-nische Phalanx den letzten entscheidenden Stoss aus und bezwang imVerein mit der Cavallerie das Heer des Porus gänzlich. Die Hälfte derindischen Reiterei ward niedergemetzelt, ebenso ein grosser Theil desindischen Fussvolks, dem Rest gelang es, durch die Zwischenräume derReiterei Alexander's zu entkommen.
Kraterus war, sobald er Alexander's Erfolge gewahrte, durch denHydaspes gegangen, hatte die ihm die Stirn bietenden Truppen desPorus geworfen und dann mit Alexander gemeinschaftlich die geschlage-