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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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3S2 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

in fünf Theile, mit deren einem er persönlich nach Marakanda ging.Dort vereinigten sich die fünf Heerestheile wieder mit ihm. nachdem sieSogdiana in allen Eichtungen durchzogen nnd die Aufrührer. welche indie Gebirge geflüchtet waren, zur Unterwerfung gezwungen hatten.

Spitamenes war inzwischen mit einem Haufen Sogdianer und einerKeiterschaar von 600 Massageten oder Scythen nnvermuthet über einebayrische Grenzfestung hergefallen, hatte sich ihrer bemächtigt, die Be-satzung über die Klinge springen lassen, die Umgegend von Baktra ver-wüstet , die Macedonier, welche gegen ihn in geringer Stärke aus dieserStadt ausgerückt waren, aus einem Hinterhalte angegriffen, war dann aberbald darauf seinerseits geschlagen und von Kraterus in die Steppen gejagtworden. Nach einiger Zeit erschien er indessen wieder mit den Scythen,den aufrührerischen Sogdianern und Baktriern in Baktrien. Conus, derzu dieser Zeit die macedonischen Truppen in Baktrien commandirte,ging ihm entgegen und schlug ihn total in einer heissen blutigen Schlacht.Nach dieser Niederlage ergaben sich die Sogdianer und Baktrier, welchemit Spitamenes waren, dem Conus, die ' Scythen aber flohen in ihreSteppen und nahmen Spitamenes mit sich. Als sie aber vernahmen, dassAlexander gegen sie heranziehe, sandten sie ihm, um ihn zu versöhnenund von sich abzuhalten, den abgeschnittenen Kopf des Spitamenes.

Darauf vereinigte sich Alexander mit Kraterus und Conus in Nau-taka (in der Nähe von Marakanda), wo er auch den Winter 328 auf 327zubrachte.

Im Frühling des Jahres 327 zog er vor die sogdianische Felsenfeste(in dem östlichen Zweige des Kaschgar-Dawan oder heutigen Bolor-Dagh-Gebirges), den letzten Zufluchtsort der aufständischen Sogdianer undihres Führers Oxyartes. Es war keine Möglichkeit, diese Festung, dieauf dem Gipfel eines hohen, steilen, unzugänglichen und mit Schnee be-deckten Felsen lag, durch eine Belagerung zu nehmen, deshalb riefAlexander 300 Freiwillige auf, welche gegen eine reiche Belohnung denSturm unternehmen sollten. Unter unsäglichen Mühen kletterten sie beiNacht glücklich zum Gipfel des Berges empor, und die Festung wardzur Uebergabe gezwungen. Alexander verzieh grossmüthig dem Oxyartesund vermählte sich mit dessen Tochter Koxane.

Auf diese Weise war nach vielen und langwierigen AnstrengungenSogdiana endlich vollständig unterjocht, und Alexander wandte sich nungegen die Parätaccner, von denen die vornehmsten und darunter ihrHaupt, Chorienes sich in der Felsenburg des Chorienes einge-schlossen hatten, welche auf einem hohen, unersteigbaren, von Abgrün-den rings umgebenen Felsen lag*). Um auf denselben zu gelangen, be-

*j Weder aus Aman, noch aus den andern Historikern kann man mit Sicherheitentnehmen, wo diese Parätace u er wohnten und wo die Felsenburg des Chorienes lag: