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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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374 11- "'Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

den, Hess er 500 Reiter absitzen, wählte ebenso viele der tüchtigsten ausseinen Hopliten aus, setzte sie auf die Pferde derselben und galoppirtemit ihnen und den Hetären auf dem angegebenen Wege fort. Die Hyp-aspisten, Agrianer und ein Theil des leichten Fussvolks und der Reitereischlugen den Weg ein, auf welchem der Feind floh, das übrige Fussvolkfolgte ihnen, in ein hohles Viereck formirt. Die ganze Nacht hindurchjagte Alexander weiter mit seinem berittenen Häuflein, 400 Stadien (70Werst = 10 Meilen) zurücklegend, und am Morgen hatte er, wie Plutarchversichert, nur noch 60 Reiter bei sich, da erreichte er endlich dieFeinde, welche in der grössten Unordnung flohen. Einige derselben wag-ten Widerstand zu leisten, wurden über den Haufen gerannt und nieder-gemacht ; den übrigen, darunter Bessus und seinen Complicen, gelang eszu entkommen. Von Alexander schon fast eingeholt, brachten sie demDarius tödtliche Wunden -bei, Hessen ihn dann sterbend am Wege liegenund flohen mit 600 Reitern schleunigst weiter. Bald darauf laDgteAlexander an; als er Darius schon entseelt fand, vergoss er aufrichtigeThränen über der Leiche des so übel behandelten Königs, den er hatteretten wollen.

Das hier von Alexander Vollbrachte, das von seinem Ausmarsch ausPersepolis bis zu dem Zeitpunkte, da er den schon gestorbenen Dariuserreicht, ungefähr vier bis fünf Wochen umfasst, erregt in Wahrheit Er-staunen "). Eine solche Ueberanstrengung der Kräfte, eine solche Schnel-ligkeit der Bewegung könnten fast unglaublich erscheinen, wenn sie nichtdurch das einstimmige Zeugniss aller griechischen Historiker, namentlichdes so gewissenhaften und wahrheitsliebenden Biographen Alexander's,Arrian, bestätigt würden. Diese Anspannung der Kräfte, diese Rasch-heit der Bewegung beweisen unwiderleglich, dass Alexander zwar vonseinen Truppen übermässige, fast unmögliche Anstrengungen verlangte,dass er aber auch sich selbst keineswegs schonte, denn er war immer ander Spitze seiner Soldaten, und dass der unweigerliche Gehorsam der-selben gegen ihn ebenso sehr aus Liebe und Anhänglichkeit an ihn her-vorging, wie aus der hohen Begeisterung, welche sein persönliches Bei-spiel erweckte. Der forcirte und anstrengende Marsch Alexander's kosteteihm ohne Zweifel einen ebenso bedeutenden Abgang an ermatteten, zu-rückgebliebenen Mannschaften und gefallenen Pferden, als ein glücklicherKampf mit den Feinden ihm an Todten und Verwundeten verursacht

*) Weder Arrian, noch andre Historiker bezeichnen die Eichtung und Lage derOrte, zu denen Bessus floh und Alexander verfolgte, genauer. Da aber Bessus nachBaktrien, oder dem nördlichen Theil von Kabul und dem südlichen von Turkistanfloh, so ist es sehr wahrscheinlich, dass Alexander ihn über Seaman und Damaghanin der Richtung auf das heutige Nüschapur und Scherachs, oder über Terschiz undTürbet im persischen Chorasan verfolgte.