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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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14. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 373

(etwas nordöstlich von Teheran). Die ungefähr 350 Werst (50 Meilen)bis zu dieser Stadt legte er in elf Tagen zurück, wobei allerdings vieleKranke liegen blieben und ein grosser Theil Pferde verloren ging. InRagä wurde fünf Tage geruht, sowohl um den Truppen die nöthige Er-holung zu gewähren, als auch weil er nicht mehr hoffen konnte, denDarius zu erreichen, der sich schon jenseits der kaspischen Pforten be-fand. Am sechsten Tage überschritt er diesen Platz und zog in Parthien(das persische Chorasan) ein, wo er, noch bevor er die Stadt Hekatom-pylos (die hundertthorige, später Saula*), in der Gegend des heu-tigen Semnan und Damaghan) erreicht hatte, erfuhr, dass Bessus, derSatrap von Baktrien, Barsaentes, der Satrap der Arachoten und Dranger,und Nabarzanes, der Anführer (Chiliarch) der 1000 Beiter, welche denDarius begleiteten, sich dieses Letzteren bemächtigt hätten und ihn ge-fangen mit sich führten. Diese Nachricht spornte Alexander aufs Neuean und verdoppelte die Eile, mit der er vorwärts ging, denn jetzt handeltees sich sogar noch darum, seinem unglücklichen Gegner das Leben zuretten. Den Hetären, der leichten Reiterei und den auserlesensten Krie-gern der Phalanx, die er mitnahm, befahl er, nur ihre Waffen und Lebens-mittel für zwei Tage mit sich zu führen, Kraterus sollte mit den übrigenTruppen in kleinen Märschen folgen, und nun marschirte Alexanderdie Nacht hindurch und machte erst am folgenden Tage gegen Mittageine Erholungsrast. Am Abend setzte er seinen Marsch fort, marschirtewiederum die ganze Nacht durch und traf mit Tagesgrauen an dem Ortean, wo kurz vorher das Lager des Bessus und seiner Genossen gewesenwar; aber er fand sie schon nicht mehr dort und erfuhr, dass sie Dariusin Fesselu mit sich geschleppt hätten und dass Bessus beabsichtige, sichzum König der nordöstlichen Provinzen des persischen Reiches zu machen.Diese Mittheilung liess den Wunsch, Bessus zu erreichen und Darius zuretten, nur noch lebendiger in Alexander werden. Ohne zu berücksich-tigen, dass die bei ihm befindlichen Truppen durch den angestrengtenraschen Marsch aufs Aeusserste erschöpft waren und dass die Zahl der-selben sich in dem Maasse verringerte, wie die Zahl der Erkrankten,Schwachen und Zurückbleibenden zunahm, eilte Alexander von Neuemvorwärts, marschirte die ganze Nacht und kam am Mittag des folgendenTages an der Stelle an, wo des Darius Entführer in der vorhergehendenNacht ihr Lager gehabt hatten. Da er in Erfahrung brachte, dass sie desNachts weiter zu fliehen pflegten, so beschloss Alexander, ihnen den Wegzu verlegen, indem er den kürzesten, wenn auch ausserordentlich be-schwerlichen wasserlosen Weg (durch Wüsteneien) einschlug. Um raschervorwärts zu kommen und nicht durch das Fussvolk aufgehalten zu wer-

Vermuthlieh das heutige Dauletabad. Anmerk. d. Uebers.