372 II. Vom Anfang der grieeh.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
zu unterjochen. Er inarschirte mit solcher Schnelligkeit, dass er schonnach fünfzehn Tagen in Ekbatana*) eintraf, das ungefähr 4000 Stadienoder 700 Werst (100 Meilen) von Persepolis entfernt lag, — was also imDurchschnitt täglich einen Marsch von mehr als 46 Werst (6y 2 —7 Meilen)ergiebt; und dabei vermochte er noch unterwegs die Stämme der Parä-tacener zu unterwerfen. Aber Darius war schon nicht mehr in Ekbatana.Er hatte seit der Schlacht bei Arbela sich mit einer kleinen Zahl um ihngesammelter Truppen dort aufgehalten (an 6000 Mann Fussvolk und 3000Mann Reiterei) und war entschlossen, wenn Alexander in Babylon oderSusa blieb, in Medien irgendwelche für ihn günstige Wendung der Dingeabzuwarten, — wenn aber Alexander ihn verfolgen sollte, seine Fluchtweiter nach Nordosten, durch Parthien und Arien nach Baktrien (alsodurch das heutige persische Chorasan in den nördlichen Theil von Kabulund den südlichen Theil von Turkistan) fortzusetzen und auf seinem Wegedas ganze Land zu verwüsten. Zu diesem Zwecke hatte er nun beizeitenall sein Fuhrwerk und seine Kostbarkeiten nach den kaspischenPforten (dem Pass über das Gebirge zwischen Medien und Parthien,heute Pass von Chowar oder Firuzkuh östlich von Teheran) dirigirt; —bei der Nachricht von Alexander's Zug nach Ekbatana floh er nun selbstmit seinen Truppen zu den kaspischen Pforten und weiter nach Parthienund Arien. Alexander verweilte in Ekbatana möglichst kurze Zeit, nur solange, als für einige Regierungs- und militärische Anordnungen unbe-dingt nöthig war. Er trug nämlich dem Parmenio auf, den gesammtenSchatz und alle Geräthe und Kleinodien des persischen Staates nach derfesten Burg von Ekbatana zu bringen und dann mit den griechischen Trup-pen, den Thraciern und einem grossen Theil der Reiterei (die Hetärenausgenommen) durch das Gebiet der Kadusier nach Hyrkanien (dem heu-tigen persischen Mazenderan) zu ziehen. Zur Bewachung dieser SchätzeHess er in der Burg von Ekbatana 6000 Mann macedonischen Fussvolksund eine kleine Abtheilung Reiter zurück, unter dem Befehl von Harpa-lus. Die thessalische und verbündete Reiterei entliess er in die kleinasia-tischen Küstenprovinzen, zahlte ihnen eine nicht unbedeutende Gehalts-zulage aus, behielt ihre Pferde zurück und gestattete allen Denen, welchefreiwillig bei ihm weiter dienen wollten, zu bleiben, — und deren Zahlwar ziemlich erheblich. Endlich befahl er Klitus, aus Susa nach Ekbatanazu kommen, und von dort mit dem Corps des Harpalus nach Parthienaufzubrechen und hier zu ihm zu stossen. Er selbst rückte mit den He-tären, den leichten Truppen, den fremden Söldnerreitern, der macedoni-schen Phalanx, den Bogenschützen und den Agrianern eiligst nach Ragä
Heute Hamadiin, südlich vom Orontes- (Elwend-)Gebirge.
Anmerk. d. Uebers.