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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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371
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14. Die Feldzüge Alexanders d. Gr. 371

Persepolis an, ein Verfahren, das weder grossmüthig noch klug, undjedenfalls Alexander's unwürdig war.

So hatte denn Alexander, nachdem er während seines sechsmonat-lichen Aufenthalts in Phönizien weise und vorsichtig gezögert, jetzt durchdie Schnelligkeit und Geschicklichkeit seiner Operationen und durch denentscheidenden Schlag, den er bei Arbeia gegen Darius geführt hatte, innicht mehr als zwei Monaten die Unterwerfung der inneren Provinzenund der drei Residenzen, oder der ganzen Mitte des persischen Reichesvollbracht und während dieser Zeit ausserdem noch die uxischen Berg-bewohner überwunden und Ariobarzanes geschlagen.

III.

Eroberung der nordöstlichen Provinzen des persischen Reiches.

§.95.Fünfter Feldzug in Medien, Parthien, Hyrkanien, Arien, Baktrien

und Sogdiana (330).

Mit dem Einzug Alexander's in Persepolis war der Zweck des Kriegesschon zur Hälfte erreicht. Ein sehr grosser Theil des persischen Reicheswar in seiner Gewalt und nur einige östliche Provinzen hatten sich nochnicht unterworfen. Aber die ungeheueren Eroberungen, welche Alexandervollbracht hatte, forderten nun durchaus ihre dauernde Sieherstellung,und das Heer, mit dessen Hülfe sie vollbracht waren, bedurfte nach einemvierjährigen mühseligen Kriege der Erholung, Ergänzung, Verstärkungund Neuorganisation, sowie einer ordentlichen und gründlichen Vor-bereitung zur weiteren Fortsetzung desselben. Darius, ein bemitleidens-werther Flüchtling ohne Macht und fast ohne Truppen und Anhänger,König von Persien nur noch dem Namen nach, erregte nicht mehr die ge-ringste Besorgniss, aber der Feldzug in die nordöstlichen, sehr gebir-gigen Provinzen des persischen Reichs zur Winterszeit war beschwerlichund gefährlich. Deshalb verblieb Alexander auch vier Monate lang inPersepolis (November und December des Jahres 331 und Januar undFebruar 330), welche er zur Ordnung der inneren Angelegenheiten undder Verwaltung der eroberten Provinzen, zur Unterwerfung einiger nochnicht unterworfener Stämme in denselben und zur Verstärkung und Or-ganisation seines Heeres verwendete. Im Frühjahr (März, 330 zog er,unter Zurücklassung der Wagen und des Trosses in Persepolis, nachMedien (der heutigen persischen Provinz Irak-Adjmi) gegen Darius,nicht etwa, um ihn in einer neuen Schlacht zu besiegen, sondern um sichseiner Person zu bemächtigen, ihn zu entthronen, sich zu seinem Nach-folger zu proclamiren und gleichzeitig Medien. Parthien und Hyrkanien

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