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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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370 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zuni Tode Alexander's d. Gr.

Befehl, denselben anzugreifen, sobald er das verabredete, von Alexanderauf der andern Seite des Passes zu gebende Trompetensignal hören würde.Er selbst, Alexander, ging mit den Hypaspisten, der Abtheilung desPerdikkas, den besten Bogenschützen, der ersten (königlichen) Ile derHetären und einem Theil der Reiterei bei Nacht auf dem Fusspfade überdas Gebirge. Amyntas, Philotas und Conus führten den Rest der Trup-pen in die Ebene und hatten Befehl erhalten, eine Brücke über den Fluss(Araxes zu schlagen, den man überschreiten müsse, um nach Persis zukommen. Nachdem Alexander ungefähr 100 Stadien [\l l li Werst = ca.2', 2 Meile^ trotz des sehr beschwerlichen Weges mit äusserster Schnel-ligkeit, zum grossen Theil im Laufschritt zurückgelegt hatte, stiess erzuerst noch vor Tagesanbruch auf den äussersten, dann auf den zweitenvorgeschobenen Wachtposten der Perser und machte sie nieder; der dritteentfloh bei seiner Annäherung, aber nicht zum Lager der Perser, sondernnach dem Gipfel des Berges. Auf diese Weise erschien Alexander mitdem Morgengrauen vollkommen überraschend im Rücken des Ariobar-zanes, detachirte Ptolemäus mit 3000 Mann Fussvolk zur Wegnahmedes persischen Lagers, das sich links von ihm abwärts des Passes befand,und warf sich selbst mit seinem in Schlachtordnung formirten Heere,nachdem er das verabredete Trompetensignal hatte geben lassen,, mitUngestüm auf den rechten Flügel des ihm entgegen rückenden Ariobar-zanes, den er zugleich in der Flanke fasste. Zu gleicher Zeit erstürmte.Kraterus von der vorderen Seite her den Pass und griff den linken Flügeldes Ariobarzanes in Flanke und Rücken an, und Ptolemäus bemächtigtesich des Lagers der Perser. So von vorn und von hinten angegriffen, inbeiden Flanken umfasst und von ihrem Lager abgeschnitten, wurden diePerser über den Haufen gerannt, geschlagen und zum grössten Theil nie-dergemacht, oder sie stürzten, wo sie sich durch die Flucht zu rettensuchten, in Abgründe. Ariobarzanes selbst rettete sich zu Pferde insGebirge.

Nachdem er auf diese Weise durch seine trefflichen Anordnungeneinen entschiedenen und glänzenden Erfolg errungen hatte, vereinigtesich Alexander wieder mit seiner Hauptmacht, überschritt auf der vondieser bereits geschlagenen Brücke den Fluss Araxes und zog nach Perse-polis in forcirten Märschen, um einer Plünderung der königlichen Schätzedurch die Perser selbst vorzubeugen. Am elften Tage nach dem Auszugaus Babylon (in den letzten Tagen des Oetobers oder den ersten des No-vembers des Jahres 331) hielt er seinen feierlichen Einzug in Persepolis,das sich ihm eiligst ergab, bemächtigte sich dort aller königlichen Schätze,ordnete die Verwaltung von Persis und zündete (aus Rache für die Zer-störung Athens, die Verbrennung der Tempel und die Verwüstung Grie-chenlands durch die Perser unter Darius und Xerxes) die Königsburg in